SWR Experimentalstudio Das Experimentalstudio beim PGNM Festival

Datum:
Beginn:

Ort:
Sendesaal Bremen
Bürgermeister-Spitta-Allee 45
28329 Bremen
Programm:
Iris ter Schiphorst
"Dead Wire" für Klavier und Live-Elektronik
Mitwirkende:
Christoph Grund, Klavier
SWR Experimentalstudio
Klangregie: Thomas Hummel

Iris ter Schiphorst (Foto: Uwe Reissig - Uwe Reissig)
Iris ter Schiphorst Uwe Reissig - Uwe Reissig


In "Dead Wire" ist der Solist Pianist, Keyboarder, Auslöser der Live-Elektronik und der Samples zugleich, kurz: 'Herr über alle Tasten und Effekte'. Das heißt, er hat neben den 'üblichen' Klaviertasten noch zwei weitere Keyboards zu bedienen, eines zum Triggern der Samples, das andere zum Steuern der Live-Elektronik. Mich hatte bei letzterer seinerzeit interessiert, eine Spielweise nachzubilden, die eigentlich mit dem Klavier (dem Hammerklavier) nicht möglich ist, nämlich den Klang durch Tastendruck zu beeinflussen. Bei Clavichorden (einem Vorläufer des Hammerklaviers) war das in gewissem Rahmen möglich (Stichwort: Beben). Die Live-Elektronik (der Patch) ist daher so gestaltet, dass der Pianist den angeschlagenen Klavierklang durch gleichzeitigen Tastendruck auf dem entsprechenden Keyboard im mikrotonalen Bereich verändern kann. Darüber hinaus kann der Pianist den transformierten Piano-Klang mit Hilfe eines Volume-Pedals lauter werden lassen (und je nach Raum Feedbacks erzeugen), sowie mit Hilfe eines Sustain-Pedals in Echtzeit sein eigenes Spielen aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt via Tastendruck vorwärts oder rückwärts wieder abspielen. Er ist in diesem Setting somit Spieler eines 'Hyper-Klaviers', dem seine Geschichte und die Historizität der verschiedenen Klaviaturen ('Keyboards') mit eingeschrieben ist. Dies erfordert nicht nur ein völlig anderes pianistisches Denken, sondern ist letztlich eine absichtsvoll komponierte Überforderung des Pianisten, die dazu führt, dass jede Aufführung 'anders' ist. (Iris ter Schiphorst)

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