Chronik 45 Jahre SWR Experimentalstudio

Am (elektronischen) Puls der Zeit

Ein Studio, in dem Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez, Cristóbal Halffter und Luigi Nono gearbeitet haben, ist weltweit einzigartig. Ein Blick auf die Chronik des SWR Experimentalstudios zeigt: Die Geschichte geht weiter! Heute komponieren Mark Andre, Chaya Czernowin, Georg Friedrich Haas zusammen mit vielen anderen renommierten Komponisten hier.

1950

Heinrich Strobel vergibt in dieser Zeit die wichtigsten Kompositionsaufträge an Strawinsky, Hindemith, Stockhausen und Boulez, die Zeit ist reif für Neues. Für einen „Klangkörper“, der neben dem Sinfonieorchester (Tradition wie öffentlich-rechtlichem Kulturauftrag verpflichtet) die Musik dieser Zeit hörbar macht. Zwar gibt es bereits Geräte für künstliche Klänge mit Oszillatoren (Friedrich Trautweins „Trautonium“, 1930), doch keine für „lebendige“ Töne: Der Computer als Instrument muss noch entdeckt werden.

1953

Die SWF-Mitarbeiter Dr. Bruno Heck und Fred Bürck erfinden einen Frequenzumsetzer, der Klänge in Echtzeit, d.h. sofort hörbar, umformen kann. Ein wetteranfälliges Unikat, das heute im Deutschen Museum München steht. Musikalisch jedoch eine Sensation, die Musiker und Komponisten wie Otto Lünning („Vater der elektronischen Klangumformung“) oder Lejaren Hiller von der Illinois University, USA, nach Baden-Baden treibt.

1956

Auf der Bürck-Heckschen Basis und mit seinem Märklinbaukasten bastelt Hans Peter Haller einen Ringmodulator. Dies sieht er als Antwort auf die Frage, ob der „lebendige Klang herkömmlicher Instrumente zu verändern ist“. Später wird klar, dass dies der Beginn der elektronischen Klangumformung ist.

1969

Zwei Pianisten an zwei Flügeln auf einer Bühne (Foto: SWR, SWR - Foto-Grill, Donaueschingen)
Alfons und Aloys Kontarsky bei der Uraufführung von Stockhausens „Mantra“ SWR - Foto-Grill, Donaueschingen

Der damalige Hauptabteilungsleiter Musik des Südwestfunks, Heinrich Strobel, beauftragt Karlheinz Stockhausen mit der Komposition eines Werkes für zwei Klaviere und Ringmodulator. Es entsteht „Mantra“.

Zusammen mit dem Ingenieur Peter Lawo entwickelt Hans Peter Haller einen Kleinklangumformer.

Großes altes Gebäude in der Natur – das ehemalige Hotel „Kyburg“ (Foto: Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 045684b - Willy Pragher)
Die „Kyburg“ in Freiburg-Günterstal, ca. 1970 Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 045684b - Willy Pragher

Zur selben Zeit bezieht das „Laboratorium“ im SWF-Landesstudio im idyllischen Freiburg-Günterstal Quartier, das im ehemaligen Hotel und Restaurant „Zur Kyburg“ untergebracht war.

Das Hotel war 1876 von Georg Anselm Trescher errichtet worden. Auf dem Bild zu sehen ist der Anbau des Hotels, in dem das Experimentalstudio seine Räumlichkeiten einrichtete und fortan bis zum Umzug in die Innenstadt beheimatet war.

1970

Strobel vergibt den ersten Doppel-Auftrag an den Komponisten Cristóbal Halffter und Hans Peter Haller, der den elektronischen Entwurf gestalten soll. Es ist die Geburt von „Hallers toller Kiste 4“, aus der die Firma Lawo das erste „vollelektronische Klangsteuergerät zur Bewegung einer Klangquelle in einem vorgegebenen Raum“ bauen wird: das Halaphon – eine Weltneuheit.

1971/1972

Hans Peter Haller wird der erste Leiter des neugegründeten „Experimentalstudios der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks“.

Das Halaphon wird von Dipl.-Ing. Peter Lawo in Zusammenarbeit mit dem Experimentalstudio entwickelt. Für die kompositorische Arbeit im Experimentalstudio stellt die Erfindung einen äußerst bedeutenden Schritt dar, da sie die Bewegung von Audiosignalen über im Raum verteilte Lautsprecher und somit eine freie Beeinflussung des Raumklangs ermöglicht.

Hans Peter Haller und Otto Tomek bestaunen das Halaphon (Foto: SWR, SWR - Käte Krome)
Hans Peter Haller und Otto Tomek bestaunen das neue Halaphon SWR - Käte Krome

Zum Einsatz kommt das erste Halaphon während der Donaueschinger Musiktage 1971 bei der Uraufführung des Werks „Planto por las Victimas de la Violencia“ von Cristóbal Halffter. Seinen Namen erhielt das Halaphon von Dr. Otto Tomek, dem damaligen Hauptabteilungsleiter Musik des Südwestfunks. Es ist ein Akronym aus den Nachnamen Haller und Lawo.

1973

Seit Ende der 60er Jahre besucht Pierre Boulez den Südwestfunk und experimentiert mit den vorhandenen Geräten.

Mann sitzt vor elektronischen Geräten und experimentiert (Foto: Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 121992 - Willy Pragher)
Pierre Boulez' erste Klangversuche in Baden-Baden Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 121992 - Willy Pragher

1973 ist es dann soweit: „… explosante-fixe…“ von Pierre Boulez für acht Instrumente und Live-Elektronik wird in der Alice Tully Hall in New York uraufgeführt. Dies ist die erste Reise des Experimentalstudios nach Übersee.

1977

Uraufführung „Time and Motion Study II“ von Brian Ferneyhough für vokalisierenden Cellisten und Live-Elektronik bei den Donaueschinger Musiktagen.

1978

Komponist sitzt am Flügel vor elektronischem Gerät (Foto: Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 105083 e - Willy Pragher)
Der polnische Komponist Kazimierz Serocki Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 105083 e - Willy Pragher

Kazimierz Serockis „Pianophonie“ für Klavier, elektronische Klangumformung und Orchester, komponiert von 1976 bis 1978 im Auftrag des Südwestfunks Baden-Baden, wird bei den „Recontres internationales de musique contemporaine“ in Metz uraufgeführt. In diesem Werk verwendet der Komponist Ringmodulatoren, Sinusoszillatoren, der Quint-Bandpaßfilter, das Halaphon und Verzögerunsgeräte.

1979

Der spanische Komponist Cristóbal Halffter wird bis Ende 1982 künstlerischer Berater des Experimentalstudios. In dieser Zeit komponiert er sechs Werke in unterschiedlichster Besetzung (auch Tonbandkompositionen) im Experimentalstudio.

1980

Luigi Nono wird ständiger Studiogast im Experimentalstudio. Bis 1989 komponiert er sein gesamtes Spätwerk im Freiburger Studio.

Silberner Kasten mit vielen Koppelpunkten einer Matrix (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Das Koppelfeld mit je 96 Ein- und Ausgängen SWR - Klaus Fröhlich

Das Koppelfeld wird entwickelt. Mit je 96 Ein- und Ausgängen ist die Mischmatrix eine der größten ihrer Zeit. Sie lässt sich vom Computer programmieren und bildet fortan das Herzstück der täglichen live-elektronischen Arbeit. Berühmte Werke wie „Das atmende Klarsein“ und „Con Luigi Dallapiccola“ von Luigi Nono wurden mit dem Koppelfeld realisiert.

1981

Uraufführung „Das atmende Klarsein“ von Luigi Nono für Bassflöte, achtstimmigen Solo-Chor und Live-Elektronik in Florenz.

Uraufführung „Répons“ von Pierre Boulez für 6 Solisten, Kammerensemble, Computerklänge und Live-Elektronik bei den Donaueschinger Musiktagen.

1982

Uraufführung „Quando stanno morendo diario. Polacco no 2“ von Luigi Nono für 3 Soprane, Mezzosopran, Flöte, Cello und Live-Elektronik in Venedig.

Mann sitzt vor Elektronik bei Proben zu Konzert (Foto: SWR, SWR - Foto-Grill, Donaueschingen)
Luigi Nono, 1982 bei den Donaueschinger Musiktagen SWR - Foto-Grill, Donaueschingen

1983

Uraufführung „Erniedrigt-Geknechtet-Verlassen-Verachtet …“ von Klaus Huber für Gesangssolisten, Chor, Orchester und Tonband bei den Donaueschinger Musiktagen.

Luigi Nono wird bis Ende 1986 künstlerischer Berater des Experimentalstudios.

Erstmals Durchführung eines einwöchigen Seminars über „Elektronische Klangumformung“ im Experimentalstudio mit Luigi Nono, Helmut Lachenmann, Roberto Fabbriciani und Hans Peter Haller.

1984

Die Urfassung von Luigi Nonos „Prometeo. Tragedia dell’ ascolto“ für 2 Soprane, 2 Altstimmen, gemischten Chor, Orchester und Live-Elektronik wird bei der Biennale di Venezia in der Chiesa di San Lorenzo Uraufgeführt. In die (leere) Kirche baut der Architekt Renzo Piano eine „Barca“, einen Schiffsrumpf aus Holz, der den Raumklang nachhaltig beeinflussen sollte.

große Holzkonstruktion in Halle (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio)
Holzkonstruktion „Barca“ des Architekten Renzo Piano für die Uraufführung von Luigi Nonos „Prometeo“ SWR - Experimentalstudio

1985

Uraufführung „Prometeo“, 2. Fassung, von Luigi Nono in Mailand.

1986

Gruppenfoto: Komponist Emmanuel Nunes und 3 Männer (Foto: SWR, SWR - Foto-Grill, Donaueschingen)
Ernest Bour, Emmanuel Nunes, Rudolf Strauß und Hans Peter Haller 1986 SWR - Foto-Grill, Donaueschingen

Bei den Donaueschinger Musiktagen wird das Werk „Wandlungen“ für 25 Instrumente und Live-Elektronik des portugiesischen Komponisten Emmanuel Nunes uraufgeführt. Von Experimentalstudio-Seite wird er durch Rudolf Strauß und Hans Peter Haller unterstützt. „Echanges“ von André Richard für Orchester und Live-Elektronik wird in Genf uraufgeführt. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass der schweizer Komponist einmal Leiter des Experimentalstudios wird.

1987

Eine weitere Uraufführung bei den Donaueschinger Musiktagen: Luigi Nonos „Post-Prae-Ludium No. 1 per Donau“ für Tuba und Live-Elektronik.

Zwei Männer unterhalten sich (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio)
Dieter Schnebel 2005 mit André Richard in Berlin SWR - Experimentalstudio

Dieter Schnebel wird bis Ende 1989 künstlerischer Berater des Experimentalstudios.

1988

Uraufführung „La lontananza nostalgica-futura“ von Luigi Nono für Solo-Violine, Live-Elektronik und Tonband in Berlin.

1989

Uraufführung „Monotonien I-V“ von Dieter Schnebel für Klavier und Live-Elektronik bei den Donaueschinger Musiktagen.

Uraufführung des Musiktheaterwerks „Der Turm“ von Detlef Heusinger in Bremen.

Porträt Andre Richard (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Porträt André Richard SWR - Klaus Fröhlich

Der schweizer Komponist und Dirigent André Richard wird neuer künstlerischer Leiter des Experimentalstudios.

1990

schwarze Kiste mit vielen Knöpfen (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Die digitale Filterbank mit Vocoder SWR - Klaus Fröhlich

Das Experimentalstudio entwickelt in Zusammenarbeit mit der Firma Sennheiser eine Weltneuheit: die Digitale Filterbank/Vocoder. Diese zerlegt den Frequenzbereich unseres Hörens (65 Hz bis 16 kHz) in 48 kleine Abschnitte („Bandpässe“). Debüt bei André Richards Werk „Glidif“ beim Festival Exstasis in Genf.

1992

Das Experimentalstudio zieht in die neuen Räumlichkeiten des Landesstudios Freiburg des SWF in die Kartäuserstraße. Auf mehr als 700 m2 wird es nach neuesten technischen Ansprüchen zu einem in Deutschland einzigartigen Klanglabor ausgebaut.

Außenansicht SWR Experimentalstudio Gebäude in der Dämmerung hell erleuchtet (Foto: SWR, SWR - Peter Hollenbach)
Außenansicht des SWR Experimentalstudios SWR - Peter Hollenbach

Uraufführung „Sinfonie X“ von Dieter Schnebel für großes Orchester, Altstimme, Tonband und Live-Elektronik bei den Donaueschinger Musiktagen.

1993

Der digitale Matrix-Mixer wird entwickelt. Er ist eine Fortentwicklung des Koppelfelds, nunmehr komplett digital angelegt. Das kompakte Gerät ist modular und lässt sich bequem auf den vielen Konzertreisen des Studios einsetzen. Inzwischen ist auch das Halaphon direkt im Gerät integriert. Die digitale Matrix kann den Klang auf bis zu 64 Lautsprecher im Raum verteilen und bewegen. Ob der Mobilität wie der Ausrichtung für eine differenzierte Interpretation live-elektronischer Werke ist der Matrix-Mixer vorbildlich. Er kommt erstmals in der Oper „Don Quichote de la Mancha“ von Hans Zender zum Einsatz.

1997

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) wird Kooperationspartner des Experimentalstudios.

2001

Uraufführung „Kaktus unter Strom“ von Vinko Globokar für Oboe, Horn, Kontrabass, Live-Elektronik, Tonband und szenische Handlungen in Karlsruhe.

Vier Männer diskutieren im Experimentalstudio (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Proben zur Uraufführung von Vinko Globokars „Kaktus unter Strom“ mit Peter Veale, Vinko Globokar, Franck Ollu, Jean-Paul Céléa SWR - Klaus Fröhlich

Uraufführung „sintflut“, ein Videotriptychon von Detlef Heusinger für drei Orchestergruppen und fünfkanaliges Tonband, bei den Donaueschinger Musiktagen.

2002

Mann beschreibt Notenpapier (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Julio Estrada komponiert „HUM“ im SWR Experimentalstudio SWR - Klaus Fröhlich

Uraufführung „HUM“ von Julio Estrada für fünf oder sechs Stimmen und Live-Elektronik bei den Donaueschinger Musiktagen.

In den Jahren 2002 bis 2005 wird das Projekt „Datensicherung des historischen Tonbandarchives“ durchgeführt. Der analoge Tonbandbestand wird auf neue digitale Speichermedien übertragen.

Als Beitrag zur musikalischen Grundlagenforschung und für pädagogische Zwecke veröffentlicht das SWR Experimentalstudio im Jahr 2002 die Multimedia Klangbibliothek „Das virtuelle Orchester“. Sie dient Komponisten und Instrumentalisten als Orientierungshilfe zu neuen Spieltechniken.

2004

schwarzes Mischpult mit vielen Reglern und Drehknöpfen (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Jüngste Hardware-Eigenentwicklung: AreC (2004) SWR - Klaus Fröhlich

In den Jahren 2002 bis 2004 wird der AreC-Controller (Advanced Remote Control) wird in Zusammenarbeit mit der Firma DFM aus Lahr entwickelt. Er wird als „Instrument“ zur Interpretation von live-elektronischer Musik konzipiert. Die Bedienelemente des AreC senden und empfangen OSC-Parameter und werden über Ethernet übertragen. Dadurch kann der Controller alle OSC-fähige Hard- und Software steuern.

2006

Uraufführung „Mixtur 2003“ von Karlheinz Stockhausen in Salzburg.

Der Bayerische Rundfunk wird Kooperationspartner des SWR Experimentalstudios.

Porträt Detlef Heusinger (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Detlef Heusinger SWR - Klaus Fröhlich

Joachim Haas wird kommissarischer Leiter des SWR Experimentalstudios. Seit dem 1. Oktober hat das Experimentalstudio dann eine neue Führung: Detlef Heusinger wird neuer künstlerischer Leiter.

2007

Uraufführung „…auf… III“ von Mark Andre für großes Orchester und Live-Elektronik bei den Donaueschinger Musiktagen.

Uraufführung „Maim“, ein Triptychon von Chaya Czernowin für großes Orchester, Solistenquintett mit Tuba als Hauptsolo und Live-Elektronik, in Berlin.

Uraufführung „El Viaje a Simorgh“, eine Oper in zwei Akten von José María Sánchez Verdú, in Madrid.

Erstmalige Ausschreibung des Giga-Hertz-Preises gemeinsam mit dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) und der Stadt Karlsruhe. Preisträger wird Jonathan Harvey, Produktionspreise für Mark Andre und Flo Menezes für das SWR Experimentalstudio.

Vier Männer unterschiedlichen Alters schauen sich eine Partitur an (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Mark Andre, Pierre Boulez, Wolfgang Rihm und Detlef Heusinger im Gespräch über einer Partitur SWR - Klaus Fröhlich

Interpretationskurs zu Werken von Luigi Nono mit integrierter Live-Elektronik, sowie zu Werken für Zuspielband in Venedig in Zusammenarbeit mit der Fondazione Archivio Luigi Nono und der Fondazione Giorgio Cini.

2008

Uraufführung „…und…“ von Georg Friedrich Haas für Kammerensemble und Live-Elektronik in der Dampfzentrale in Bern.

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an Trevor Wishart, Produktionspreise für Dai Fujikura und João Pedro Paiva de Oliveira für das SWR Experimentalstudio.

Ausschreibung des Staubach-Preises, ein Kompositionswettbewerb für Streichquartett mit Live-Elektronik, in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt respektive den Darmstädter Ferienkursen sowie dem Arditti-Quartett. Der Preis wird gestiftet von der Harry and Alice Eiler Foundation. Preisträger wird der brasilianische Komponist Felipe Lara für seine Komposition Tran(slate) – second string quartet.

Uraufführung „üg“ für Ensemble und Live-Elektronik von Mark Andre in der Alten Oper in Frankfurt.

Zwei Männer arbeiten an Computern (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Héctor Parra und Michael Acker bei Arbeiten zu „Fragments on Fragility“ SWR - Klaus Fröhlich

2009

Uraufführung „Fragments on Fragility“ von Hector Parra für Streichquartett und Live-Elektronik in Witten.

Gründung der matrix-Akademie des Experimentalstudios des SWR in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung. Es handelt sich um ein internationales Forum für Wissensaustausch zwischen den mit elektronischer wie live-elektronischer Musik befassten Berufsgruppen.

Das ENSEMBLE EXPERIMENTAL formiert sich aus international anerkannten Künstlerpersönlichkeiten und Instrumentalsolisten. Es widmet sich speziell der Aufführung live-elektronischer Werke in enger Zusammenarbeit mit dem SWR Experimentalstudio.

Gruppenbild Ensemble Experimental vor rotem Haus mit vielen kleinen Fenstern (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Das 2009 gegründete Ensemble Experimental mit Jürgen Ruck (Gitarre), Detlef Heusinger (Dirigent), Noa Frenkel (Alt), Bohye Lee (Viola), Séverine Ballon (Violoncello), Olaf Tzschoppe (Schlagzeug), Andrea Nagy (Klarinette) SWR - Klaus Fröhlich

Uraufführung der Kammeroper „AURA“ von José María Sánchez Verdù in Madrid.

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an Jean-Claude Risset, Produktionspreis für Kee Young Chong für das SWR Experimentalstudio.

2010

Der „virtuelle Rundgang“ geht online. Die Experimentalstudio-Homepage lädt zu einem interaktiven Rundgang in sein Studio ein und erklärt das elektronische Instrumentarium.

Uraufführung „Erstarrte Schatten“ von Pierre Brice für großes Orchester, sechs solistische Stimmen und Elektronik in München.

matrix10 findet erneut in Freiburg statt.

Älterer Herr und jüngere Frau diskutieren vor vielen Zuhörern (Foto: SWR, SWR - Klaus Fröhlich)
Vinko Globokar im Gespräch mit Brigitta Muntendorf bei matrix10 SWR - Klaus Fröhlich

Uraufführung der Oper „Metanoia“ von Jens Joneleit in Berlin.

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an Gottfried Michael König, Produktionspreise für Dániel Péter Biró und José Miguel Fernandez für das SWR Experimentalstudio.

2011

matrix11 findet wiederum in Freiburg statt.

Die Werke des „Berio-Projekts“ werden (zum Großteil) in Würzburg Uraufgeführt. Komponisten sind Marta Gentilucci, Jamilia Jazylbekova,Marko Nikodijevic, Farangis Nurulla-Khoja, Mariana Ungureanu, Vito Zuraj. Dieses Projekt wird für KomponistInnen, die sich bei der matrix-Akademie hervorgetan haben, ins Leben gerufen. Sie sollen bei der Komposition ihren jeweiligen kulturellen Background sowie die Vorlage, Luciano Berios „Folk Songs“, mit einbeziehen.

Sechs Musiker und ein Dirigent proben (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio)
Das ENSEMBLE EXPERIMENTAL probt zur Uraufführung des Berio Projekts SWR - Experimentalstudio

Uraufführung „7. Streichquartett“ von Georg Friedrich Haas in Luzern.

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an Pierre Boulez, Förderpreise für Aaron Einbond, Madjid Tahriri, Anthony Tan für das SWR Experimentalstudio.

2012

Uraufführung „Peter Kien“ – eine akustische Maske für Schauspieler, Ensemble und Live-Elektronik von Emanuel Nunes in Witten.

Uraufführung „Feigels Mosaik“ von Beat Gysin, ein inszeniertes Konzert für Vokal- und Instrumentalensemble, Tonband, Live-Elektronik und Kopfhörer in Basel.

Menschen mit Kopfhörern und Musiker hinter angeleuchteten Glaswänden (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio)
Uraufführung von Beat Gysins „Feigels Mosaik“ in Basel 2012 SWR - Experimentalstudio

Die matrix-Akademie geht erstmals „on tour“ nach Amsterdam und Warschau.

Musiker sitzen auf Podium, Mann dirigiert sie (Foto: SWR, SWR - Fröhlich)
Konzert bei „matrix on tour“ – Amsterdam 2012 SWR - Fröhlich

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an Emmanuel Nunes und Pauline Oliveros, Produktionspreise für Dániel Péter Biró und José Miguel Fernandez für das SWR Experimentalstudio.

2013

Uraufführung „La Quintina“ für Streichquartett und Elektronik von Joshua Fineberg in Berlin.

Männer von Streichquartett proben mit Komponisten (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio)
Das Arditti Quartett probt neues Werke von Joshua Fineberg SWR - Experimentalstudio

matrix13 findet erstmals in Zusammenarbeit mit der Siemens Musikstiftung in Victoria (Kanada) und Freiburg statt

Uraufführung „Atlas – Inseln der Utopie“ für fünf VokalsolistInnen, zwölf InstrumentalistInnen, Auraphon, Live-Elektronik und drei Räume obbligati von José María Sánchez Verdú in Hannover.

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an John Chowning, Francis Dhomont, Produktionspreise für Roque Rivas und Ying Wang für das SWR Experimentalstudio.

2014

Uraufführung der Oper „wunderzaichen“ von Mark Andre in der Staatsoper Stuttgart.

Dauer

Uraufführung „Schwarzmärkte“ für Ensemble und Elektronik von Brice Pauset in Witten.

Luigi Nonos „Prometeo“ wird im Gashouder Amsterdam aufgeführt.

Blick in den Gashouder Amsterdam, Konzertaufbau (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio, Joachim Haas)
Konzertaufbau im Gashouder Amsterdam für Luigi Nonos „Prometeo“ SWR - Experimentalstudio, Joachim Haas

„matrix on tour“ findet in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Siemens Musikstiftung in Curitiba (Brasilien) statt.

Verleihung des Giga-Hertz-Preises an Brian Eno, Produktionspreis für Lula Romero für das SWR Experimentalstudio.

2015

Uraufführung „The key of presence“ für zwei Klaviere, Video und Live-Elektronik von Birgitta Muntendorf in Stuttgart.

matrix15 findet in Zusammenarbeit mit der Siemens Musikstiftung in Montréal (Kanada) und Freiburg statt. In diesem Rahmen wird Anthony Tans „un/divided“ für Alt, Flöte, Klarinette, Gitarre, Schlagzeug, Viola, Violoncello und Live-Elektronik uraufgeführt.

Dauer

Uraufführung „über“ für Klarinette und Orchester von Mark Andre in Donaueschingen.

2016

matrix on tour findet in Ljubljana statt.

Uraufführung der Oper „Kaspar Hauser“ von Hans Thomalla in Freiburg.

Blick in die Hamburger St. Michaeliskirche mit Konzertaufbau (Foto: SWR, SWR - Experimentalstudio)
„Répons“ von Pierre Boulez im Hamburger Michael SWR - Experimentalstudio

Das SWR Experimentalstudio führt Pierre Boulez‘ „Répons“ unter der Leitung von Kent Nagano im Hamburger Michel auf.

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