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Datum:
Beginn:

Ort:
Baar-Sporthalle
Programm:
Live in SWR2

Martin Smolka
My My Country
für Orchester (2012)
Dem Gedenken meines Vaters
(Uraufführung)
Kompositionsauftrag des SWR
Dauer: ca. 20 Minuten

Arnulf Herrmann
durchbrochene Arbeit
für Orchester (2012)
(Deutsche Erstaufführung)
Kompositionsauftrag des SWR und Sveriges Radio
Dauer: ca. 13 Minuten

25 Minuten Pause

Helmut Oehring
schienen wie Wellen die in lange Auge
(Saf Haki/Wörter in die Luft)
für Solostimmen, Chor und Orchester (2011)
(Uraufführung)
Kompositionsauftrag des SWR
Dauer: ca. 36 Minuten

David Moss, Stimme
Najat Suleiman, Stimme
Hassan Taha, Oud
Christina Schönfeld, Gebärdensprache
Daniel Göritz, Gitarre
SWR Vokalensemble Stuttgart
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung Rupert Huber

Wenn das Festival in diesem Jahr die veränderten Akzentuierungen und Interdependenzen von Musik und Maschine in medialen Mischkonstellationen am Beispiel neuer Ensembleformationen thematisiert, dann entfaltet dies auch einen besonderen Blick auf die Orchestermusik: Wir haben hier ein Medium vor uns, das sich überhaupt erst aus dem Wechselspiel zwischen Mensch und Instrumentenmaschine generiert. Das Thema lässt sich mithin längst nicht nur auf die neuen Technologien reduzieren. Und so ist denn auch der Umgang mit dem großen Orchesterapparat immer eine besondere Herausforderung für einen Komponisten. Explizit mit diesem Phänomen setzt sich Arnulf Herrmann auseinander, wenn er mit „durchbrochene Arbeit“ vom klassizistischen Prinzip orchestraler Orchestermusik ausgehend, eine individuelle Textur für einen Orchesterapparat ausbreitet, die sowohl mit der Idee des Durchbrechens als auch jener der Arbeit agiert. Wie Herrmann arbeitet auch Martin Smolka in seinem sehr persönlichen Stück mit mikrotonalen Feldern, die auf der natürlichen Basis der Streicherharmonik beruhen und dank einer ungewöhnlichen Instrumentation ausschließlich dunkle, runde Klänge exponieren – ein Requiem? „schienen wie Wellen die in lange Auge“ für Chor und Orchester von Helmut Oehring handelt von der Sehnsucht nach Gemeinschaft, Liebe und Geborgenheit und der Bedrohung dieser Sehnsucht. „Saf Haki“ („Wörter in die Luft“) lautet der aktuelle Facebookeintrag eines jungen Syrers, der Oehring zu einem beklemmenden musikalischen Bekenntnis zur Freiheit inspirierte. „Wörter in die Luft“ sind eine poetische Metapher für Lügen – „Wörter in die Luft“ (Gebärden) sind zugleich aber auch das sprachliche und musikalische Material des Sohnes gehörloser Eltern.

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