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Edwin van der Heide

Edwin Van der Heide (Foto: Marco Mancuso - Marco Mancuso)
Edwin van der Heide Marco Mancuso - Marco Mancuso

„DSLE-3-“ ist eine audiovisuelle Installation, die uns an Übergänge und Grenzen unserer visuellen und auditiven Wahrnehmung bringt. Sie erforscht sorgfältig errichtete Beziehungen zwischen Klang und Licht.Verschiedene Bauformen werden eingesetzt, um die räumlichen und zeitlichen Komponenten zu beleuchten, vergleichbar mit dem räumlichen Verhalten des Klangs.
„DSLE“ setzt ein achtkanaliges Lautsprechersystem und vierundvierzig unabhängig kontrollierte LED-Lampen ein. Die LED-Lichter beleuchten die Leinwand, die das Publikum umgibt, von hinten. Die räumliche Anlage und die detaillierten Ebenen der Kontrolle erzeugen die Möglichkeit, unsere Wahrnehmung des Raums zu kontrollieren und zu manipulieren. Das Verhalten und der Gegenstand unserer Sinne bilden den Ausgangspunkt einer Komposition der Raumveränderung. Momente, in denen Klang und Licht sich miteinander verbinden, werden durch solche ergänzt, in denen die räumliche Wahrnehmung von Klang und Licht einander widersprechen und leiten zu Mehrdeutigkeiten in unserer Wahrnehmung des Raums. Abschnitte mit sehr subtilen, nahezu unsichtbaren Veränderungen sind wechselnde, eindringliche Momente, die direkt mit unserer Retina spielen.

Konzept, Realisierung: Edwin van der Heide
DSLE -3- ist eine Co-Production mit Le Fresnoy, Studio national des arts contemporains, France und Studio Edwin van der Heide
Screen-construction DSLE -3-: Alain Le Beon

Pneumatic Sound Field

Mit der Installation „Pneumatic Sound Field“ wird ein Kontinuum zwischen rhythmischer und räumlicher Wahrnehmung von Klang und der Wahrnehmung von Tonhöhen erzeugt. Eine horizontale Ebene pneumatischer Ventile erzeugt Wind, Druck und Klang. Das Ergebnis ist ein atmendes Klanggebilde über den Köpfen des Publikums.

Der akustische Klang besteht aus zeitlich wechselnden Druckwellen, die durch die uns umgebende Atmosphäre wandern. Während Lautsprecher oft sich bewegende Membrane benutzen, um diese Druckveränderungen zu erzeugen, wird in „Pneumatic Sound Field“ komprimierte Luft dazu benutzt, Klang zu erzeugen. Die komprimierte Luft ist verbunden mit einfach zu regulierenden pneumatischen Ventilen, die die gepresste Luft in den „freien“ Luftraum entlassen. Dies resultiert in einem kontrollierten Druckwechsel in der Atmosphäre um die Röhren. Weil die komprimierte Luft immer einen höheren Druck als die Atmosphäre besitzt, wird nicht nur Klang erzeugt, sondern auch ein wenig Wind. Das Ergebnis kann als Wind betrachtet werden, der Klang in sich trägt.

Unser Hören verändert sich wie unser Sehen bei einer Frequenz zwischen 16 und 20 Hertz. Ein Filmstreifen mit Einzelbildern wird von uns anstatt Sprünge zwischen den Einzelbildern dann als kontinuierliches Zeitereignis wahrgenommen, wenn die Projektionsgeschwindigkeit höher ist als 16 Bilder pro Sekunde. Das Gleiche gilt für das Hören. Die wiederholte Vibration wird bei einer Frequenz, die höher ist als 16 Hertz, als Töne gehört, während sie bei einer geringeren Frequenz als vereinzelte Pulse wahrgenommen wird. Die räumliche Wahrnehmung der Lokalisation einer Klangquelle wird teilweise durch die Differenz zwischen der Ankunftszeit eines Klangs im linken Ohr und der Klangquelle am rechten Ohr bestimmt. Diese Technik wird umgekehrt bei der Stereo-Produktion verwendet, bei der ein Mono-Klang etwas früher aus dem linken als aus dem rechten Lautsprecher ertönt (oder umgekehrt), um so den Klang zwischen den beiden Lautsprechern zu verorten. „Pneumatic Sound Field“ nutzt diese zeiträumliche Verzögerung von Impulsen, verteilt über die 42 Ventile. Durch die Anwendung verschiedener Geschwindigkeiten, Verzögerungen und Wiederholungen wird ein Kontinuum zwischen den räumlichen, rhythmischen Mustern, der räumlichen Verortung des Klangs, der Klangbewegung und der Wahrnehmung von Tonhöhen erzeugt.

„Pneumatic Sound Field“ wurde von Edwin van der Heide während eines Projektaufenthalts im tesla-berlin e.V. entwickelt und zum ersten Mal auf der sonambiente Berlin 2006 gezeigt.

Konzept, Realisierung: Edwin van der Heide

Produktionsassistent: Eckehard Güther

Audio rate valve control interface: Sukandar Kartadinata

Edwin van der Heide (Übersetzung aus dem Englischen: Bernd Künzig)

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