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Nach einer schweren Handverletzung durch einen Kletterunfall Anfang der 1990er Jahre begann Gunnar Geisse das Komponieren und wandte sich in Folge von seinem Hauptinstrument, der E-Gitarre ab und verstärkt der Elektronik zu. Es reifte in ihm der Wunsch, den Laptop als Meta-Instrument zu begreifen, mit dem die unterschiedlichsten virtuellen Instrumente gedacht, gebaut und tatsächlich auch gespielt werden können. Heute nutzt er den Rechner sowohl als Produktionswerkzeug als auch als Improvisations- und Interpretations-Instrument. So komponierte er zuletzt die elektronischen Bestandteile zu Nicolaus Richter de Vroes Avenir, eine Auftragskomposition der diesjährigen musica viva München. Seine neuesten Entdeckungen gelten der Realtime-Übersetzung von Sprache und Klang in Musik, die er zum ersten Mal in Hörspielen für den BR verwendete und die auch im neuen Stück von Michael Lentz zum Einsatz kommt. Gunnar Geisse spielte mit Evan Parker, Peter Brötzmann, Elliott Sharp und Eivind Aarset, mit Vinko Globokar, Olga Neuwirth, Richard Barrett und Phill Niblock. Er arbeitete im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, im Bayerischen Staatsorchester sowie im Staatsorchester Stuttgart. Gunnar Geisse spielte Werke zahlreicher Komponisten wie Friedrich Cerha, Gérard Grisey, Hans Werner Henze, Tom Johnson, Helmut Lachenmann, Josef Anton Riedl und James Tenney.

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