Donaueschinger Musiktage 2019 Simon Steen-Andersen mit Orchesterpreis ausgezeichnet

Der Preis des SWR Symphonieorchesters bei den Donaueschinger Musiktagen 2019 geht an das Werk "TRIO" für Big Band, Chor, Orchester und Video des dänischen Komponisten Simon Steen-Andersen.

Eröffnungskonzert (Foto: SWR, Ralf Brunner)
Simon Steen-Andersen erhielt großen Beifall für die Uraufführung seines Werks TRIO im Rahmen des Eröffnungskonzerts der Donaueschinger Musiktage 2019. Ralf Brunner

Begründung der Jury

Die Jury in ihrer Begründung: "Wie lässt sich heute für Orchester komponieren? Die diesjährige Jury sah sich mit völlig verschiedenen Antwortmöglichkeiten konfrontiert. Auch mit der Frage: Ist jedes Stück, in dem ein Orchester spielt, ein Orchesterstück? Letztlich fiel die Entscheidung für ein Werk, das durch die Virtuosität und akkurate Umsetzung seines kompositorischen Handwerks überzeugt, das dabei die Orchestertradition kennt und würdigt und sie in ein heutiges Komponieren überführt. Aber es schafft noch mehr als das: Es ermöglicht ein längst überfälliges Zusammentreffen von drei verschiedenen Klangkörpern mitsamt ihrer Geschichte und medialen Präsenz. Ein Film als eigenes Instrument, Chor und Bigband als Partner und das Orchester als Teil einer ganzen Geschichte." Mit der Auszeichnung verpflichtet sich das Orchester, sich für weitere Aufführungen des prämierten Werkes einzusetzen.

Simon Steen-Andersen

Simon Steen-Andersen wurde 1976 in Dänemark geboren und studierte von 1998 bis 2006 Komposition in Århus, Freiburg, Kopenhagen und Buenos Aires bei Karl Aage Rasmussen, Mathias Spahlinger, Bent Sørensen und Gabriel Valverde. Erstmals machte er im Jahr 2000 auf sich aufmerksam, als er mit seinem ersten Streichquartett den Holmboe Prize gewann. In den nachfolgenden Jahren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u. a. den Kranichsteiner Musikpreis (2008), den Tribune internationale des compositeurs (2010) und sowohl den Berliner Kunstpreis der Akademie der Künste als auch den Carl Nielsen Preis (2013). Im Jahr 2010 war er außerdem Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. In seinen Werken lassen sich neben Instrumentalmusik auch elektronische Musik sowie Video-Installationen wiederfinden. In vielen Kompositionen kombiniert er die verschiedenen Elemente dieser Genres miteinander.
Simon Steen-Andersen hatte bereits bei den Donaueschinger Musiktagen 2014 für sein "Piano Concerto" und dem darin inszenierten "Flügelsturz" den Orchesterpreis gewonnen.

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