Zitate über Dmitrij Schostakowitsch

Zitate über Dmitrij Schostakowitsch

Schostakowitsch" auf dem TIME Magazine Cover am 20. Juli 1942 (Foto: TIME Magazin / Cover Credit: Boris Artzybasheff)
"Fireman Shostakovich – Amid bombs bursting in Leningrad he heard the chords of victory." Am 20. Juli 1942 landete der russische Komponist auf dem Cover des Time Magazin als Feuerwehrmann während der Belagerung von Leningrad. Das amerikanische Nachrichtenmagazin thematisierte damit das Komponieren und die Aufführung der siebten Symphonie und deren unheimliche Symbolkraft im belagerten Leningrad. TIME Magazin / Cover Credit: Boris Artzybasheff
"Schostakowitsch ist ein kleiner Mann mit nervös umherirrenden Augen. Während ich ihm Fragen stelle, blickt er mich starr, wie hypnotisiert an. Wenn er antwortet, blickt er im Zimmer herum, fährt sich ständig mit zitternden Händen durch das Haar, setzt die Brille auf und ab. Schostakowitsch ist ein gehetzter Mann. Niemand kann wissen, was hinter dem zuckenden Gesicht vorgeht.", so der ARD-Korrespondent Gerd Ruge nach einer Begegnung mit dem Komponisten im Jahr 1959. Imago ITAR TASS
"Ich finde seine Musik schrecklich. Es ist das erste Mal, dass ich die Musik nicht höre, wenn ich die Partitur lese. Aber das ist unwichtig. Die Zukunft gehört mir nicht, sondern diesem Jungen." Alexander Glasunow, russischer Komponist und Direktor des Konservatoriums in St. Petersburg, wo Schostakowitsch mit zwölf als Schüler aufgenommen wird. akg-images
"Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Sinfonien von Schostakowitsch zu hören." Russische Wochenzeitung Moskowskije Nowosti dpa - Bildarchiv
"Seine Musik ist in vielerlei Hinsicht 'an der Grenze', das liebe ich wirklich sehr an Schostakowitsch. Und gerade in der jetzigen Zeit lohnt sich ein neuer Blick auf sein Werk." Pablo Heras-Casado, 2019
"Noch heute jagt es mir Schauer über den Rücken, weil im Musik ausgesprochen wurde, was in der Literatur undenkbar gewesen wäre zu sagen", so Dirigent Kurt Sanderling 2006 in der Dokumentation "Nahaufnahme Schostakowitsch". Kurt Sanderling (1912-2011) war ein enger Freund von Dmitrij Schostakowitsch. dpa - Bildarchiv
"Nach Mahler ist Schostakowitsch einer der größten Symphoniker. Er ist einer der letzten Symphoniker, für wen die Sinfonie die Form (im weitesten Sinne der Sonatenform) eines mehrsätzigen Zyklus eine ganz adäquate natürliche Äußerung war." Der Dirigent Thomas Sanderling, Sohn von Kurt Sanderling, hat den Komponisten Dmitrij Schostakowitsch persönlich gekannt und zwei seiner Sinfonien uraufgeführt. picture-alliance - Tass Emil Matveyev
"In Zeiten, in denen die Menschenwürde mit Füßen getreten wurde und die Kriegstragödie das Land überflutete, stellten Schostakowitschs Symphonien ein Symbol der Wahrheit und des unabhängigen Denkens dar. Der Komponist wurde in einem Maße zum Gewissen der Generation, die in der Hölle des Stalinismus lebte, wie kein anderer Künstler", schrieb der polnische Komponist Krzysztof Meyer in seiner Biografie "Schostakowitsch – Sein Leben, sein Werk, seine Zeit". dpa / Jürgen Hocker
"Manchmal war es Schostakowitsch unmöglich zu reden. Er mochte aber gern, wenn ein ihm lieber Mensch ohne ein Wort bei ihm im Zimmer saß. Gelegentlich rief er mich an und sagte: 'Komm rasch, beeil dich!' So kam ich dann in seine Wohnung und er empfing mich: 'Setz dich, und nun können wir zusammen schweigen' (...)" dpa / epa Chirikov
"Ich saß dann wohl eine halbe Stunde, ohne ein Wort zu sagen. Es war ungeheuer entspannend nur so zu sitzen. Dann stand Schostakowitsch auf und sagte: 'Ich danke dir, auf Wiedersehen, Slava'." Der weltberühmte Cellist Mstislaw Rostropowitsch war ein enger Freund Schostakowitschs. Seine Erinnerungen geben einen Einblick in die Persönlichkeit des stillen, verschlossenen Komponisten. dpa / Hermann Wöstmann
"Kunst gehört allen und niemandem. Kunst gehört jeder Zeit und keiner Zeit. Kunst gehört denen, die sie erschaffen und denen, die sie genießen. (…) Kunst ist das Flüstern der Geschichte, die durch den Lärm der Zeit zu hören ist." Julian Barnes in seinem Künstlerroman über Dmitrij Schostakowitsch "Der Lärm der Zeit". mago / Kiepenheuer & Witsch
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