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Pflegeheime in Deutschland werden jetzt mit einem neuen Qualitätssystem geprüft - damit beginnt die zweite Stufe des sogenannten Pflege-TÜV. Lob gibt es von der Verbraucherzentrale. Patientenschützer warnen aber vor zu hohen Erwartungen.

Mit dem neuen Pflege-TÜV müssen Heime unter anderem dokumentieren, wenn Heimbewohner gestürzt sind oder sich wund gelegen haben. Für eine bessere Einschätzung sollen auch die Heimbewohner selbst befragt werden. Sehen sie Mängel oder Verbesserungsbedarf, fließt das mit in die Bewertung ein.

Bessere Information über den Zustand der Heime

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will damit erreichen, dass Pflege-Bedürftige und Angehörige bessere Informationen über den Zustand der Pflegeheime bekommen.

Künftig gehe es nicht mehr darum, wer die Haken in den Akten am besten mache, sondern wie es den Bewohnern wirklich gehe, so Spahn.

Lob von der Verbraucherzentrale

Für die Verbraucher seine Verbesserungen und mehr Transparenz zu erwarten, sagt die Verbraucherzentrale. Angehörige und Pflegebedürftige sollten bei der Wahl eines Pflegeheims vor allem auf die Personalausstattung achten.

Patientenschützer: K.-o.-Kriterien für Heime fehlen

Etwas anders sieht das die Deutsche Stiftung Patientenschutz: "Zweifellos war der alte Pflege-TÜV ein Desaster", sagte deren Vorstand Eugen Brysch der dpa. Ob das neue Prüfsystem der angekündigte Riesenschritt in Richtung Vertrauen sei, stehe aber in den Sternen.

So vermisse Brysch die so genannten K.-o.-Kriterien - etwa wenn ein Heim bei der Wundversorgung versagt, Pflegebedürftige ohne Genehmigung fixiert werden oder es wenig Fachärzte gibt. Dann müsse es Konsequenzen geben, bis hin zur Schließung solcher Einrichtungen.

Bisherige Pflege-Noten waren zu positiv

Das neue System ersetzt die bisherigen Pflege-Noten. Die waren in die Kritik geraten, weil sie als wenig realistisch galten und zu positiv waren. Bis Ende 2020 sollen alle 13.000 Heime in Deutschland nach dem neuen Verfahren geprüft sein.

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