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Zuckersteuer Aufschlag auf süße Durstlöscher?

Die Stadt Philadelphia in den USA erhebt eine Zuckersteuer auf süße Getränke - 50 Cent pro Liter. Eine Zuckersteuer wäre auch etwas für Deutschland, meint unsere Expertin. Sie würde sogar noch weiter gehen.

Zuckerboom und Softdrinks

Ein dickes Problem - nicht nur in den USA: Zuckerboom und Softdrinks in zu großen Mengen

Es geht um Limos, Eistee und Sportgetränke, die Zucker enthalten: Die Zuckersteuer in Philadelphia beträgt 50 Cent pro Liter und gilt ab 2017. Die Stadt hat sich ausgerechnet, damit jedes Jahr 90 Millionen Dollar einzunehmen. Das Geld soll für Kinderbetreuung und Erholungszentren ausgegeben werden.

Zuckersteuer für Deutschland?

Standpunkt von Sabine Schütze, SWR Umwelt und Ernährung

Ein Glas mit Cola und Eiswürfeln.

Softdrinks, Limo, Eistee - zu viel Zucker

Eine Zuckersteuer, das wäre auch etwas für Deutschland. Millionenschwere Aufklärungskampagnen haben nichts gebracht und werden auch nichts bringen. Denn wir alle wissen, dass Zucker nicht satt, dafür aber dick macht. Und trotzdem lieben wir Schokolade und Limo. Die schmecken nämlich - und sie sind preiswert.

Doch wir Menschen stellen uns unbequemen Dingen erst, wenn es uns an den Geldbeutel geht. Ganz aktuell beweist das die Plastiktüte. Seit sie in vielen Geschäften Geld kostet, nehmen die meisten Menschen keine mehr. Genauso funktioniert das auch mit der Zuckersteuer, und zwar nicht nur mit uns Verbrauchern, sondern auch mit der Industrie. Deshalb bin ich dafür, die Zuckersteuer nicht einfach auf uns abzuladen, sondern direkt auf die Hersteller. Das nennt sich Verursacherprinzip. Also, wer das Problem verursacht, der muss auch dafür zahlen.

Zuckersteuer für Hersteller statt für Verbraucher

Limonade frisch abgefüllt

Wer soll die Steuer für zu süße Brause zahlen? Hersteller oder Verbraucher?

Die Briten haben das so geplant: Dort müssen die Limo-Produzenten die Zuckersteuer zahlen, wenn sie mehr als fünf Gramm Zucker in 100 Milliliter Brause kippen. Bei mehr als acht Gramm Zucker wird es noch einmal teurer. Diese Steuer wird 2017 eingeführt. Bis dahin können die Hersteller überlegen, ob sie den Zuckergehalt ihrer Getränke lieber senken, um der Steuer zu entgehen. Nur dieser Druck wird ein Umdenken erzwingen. Alles andere bringt nichts.

Denn dass die freiwilligen Beschränkungen der Industrie, bei Kinder-Lebensmitteln weniger Zucker einzusetzen, nur ein schlechter Witz sind, zeigen Produktchecks immer wieder.

Aufschlag nicht nur auf Getränke - sondern auf alles Süße

Damit bin ich nun auch bei etwas, was mir persönlich wirklich weh tut. Die Zuckersteuer nur auf Getränke zu erheben, das reicht leider nicht. Sie sollte auf alle Süßigkeiten erhoben werden - also auch auf Schokolade und Eiscreme, die ich so sehr liebe.

Nur so werde ich meine gierigen Finger endlich vom leckeren Hüftgold lassen. Übrigens, mein Lieblings-Kino bietet seinen Besuchern Äpfel an - kostenlos. Das ist auch eine prima Taktik und hat mich schon dazu gebracht, die richtige Wahl zu treffen: Statt zum Eis greife ich dort lieber in die Schale mit den Äpfeln.

Online: Heidi Keller, Christine Härrer