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Spargelbauern rechnen dieses Jahr mit Umsatzeinbußen, weil Erntehelfer fehlen – obwohl sie das Kontingent an Saisonarbeitern gar nicht ausschöpfen. Wie passt das zusammen?

Es klingt paradox, denn laut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner beschäftigen Landwirte gar nicht so viele Erntehelfer aus dem Ausland, wie sie trotz Corona dürften. Trotzdem rechnen die Spargelbauern im Südwesten dieses Jahr mit etwa 30 Prozent weniger Umsatz – hauptsächlich, weil Erntehelfer fehlen.

Saisonarbeiter wollen nicht fliegen

Doch dass die Landwirte das Angebot der Bundesregierung, mehr Erntehelfer ins Land zu holen, nicht ausnutzen, hat mehrere Gründe.

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Zum einen kommen viele Erntehelfer nicht, weil sie Angst vor Corona haben – und viele haben außerdem Angst vorm Fliegen. Doch die Saisonarbeitskräfte dürfen nur eingeflogen werden. Und genau das gehe an der Realität vorbei, beklagt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. Die Auflage erschwere es beträchtlich, die Leute nach Deutschland zu kriegen.

Keine Zimmer, keine Erntehelfer

Hinzu kommt, dass durch die Corona-Auflagen nur eine halbe Zimmerbelegung möglich ist. Aber derzeit gibt es keine Wohncontainer, die man zusätzlich aufstellen könnte. Andere Unterkünfte anzumieten, ist ebenfalls schwierig und teuer. Wer also keine weiteren Räumlichkeiten auftut, hat gar nicht erst die Möglichkeit, Erntehelfer einfliegen zu lassen.

Und dann gibt es natürlich auch noch Spargelbauern, die aufgrund der Krisenlage direkt entschieden haben, dass sie dieses Jahr ihre Felder gar nicht abernten. Deshalb kann man bereits jetzt etliche Felder sehen, auf denen der Spargel schon eineinhalb Meter hoch ist.

Simon Schumacher schätzt, dass dieses Jahr etwa 30.000 Tonnen Spargel weniger gestochen werden wird als sonst.

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