Bitte warten...

Zehn Jahre Kyoto Werkzeugkasten für den Klimaschutz

Das Kyoto-Protokoll enthält alle Werkzeuge, um mit fast 200 Staaten wie auch immer internationalen Klimaschutz zu betreiben. Der politische Wille fehlt allerdings noch.

Das Kyoto-Protokoll ist der Werkzeugkasten des internationalen Klimaschutzes: Da ist alles drin, was man braucht, um mit fast 200 Staaten irgendwie Klimaschutz zu betreiben. Das Einzige, was dazu kommen muss, ist der politische Wille.

So fing es an

Kinkaku-ji Tempel in Kyoto

Wahrzeichen von Kyoto: Kinkaku-ji Tempel

Schon die Geburt dieses Abkommens war schwierig. Das Protokoll ist 1997 im japanischen Kyoto beschlossen worden. Aber es hat bis zum 16. Februar 2005 gedauert, ehe es genügend Staaten völkerrechtlich verbindlich akzeptiert hatten. Erst dann konnte es in Kraft treten.

Erklärtes Ziel von Kyoto I: Wir gehen den Klimawandel an

Die Industriestaaten zuerst: Die haben den Dreck gemacht und müssen jetzt aufräumen in der Atmosphäre. Die EU hatte zugesagt, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um acht Prozent, gegenüber 1990, zu senken.

  • Deutschlands Verpflichtung war die ambitionierteste im EU-Verbund: minus 21 Prozent! Und das wurde sogar übererfüllt.
  • Japan wollte 6 Prozent senken. Das war aber eine Fehlanzeige: Nur 0,7 Prozent waren es am Ende.
  • Die USA haben das Kyoto-Protokoll zwar mit verhandelt, aber sie haben es nicht ratifiziert.
  • Kanada hat viel versprochen, aber nichts unternommen und ist deshalb kurz vor Ende der vereinbarten Vertragsfrist ausgestiegen, um Strafzahlungen zu vermeiden.
  • Japan hatte nach dieser Runde genug und war bei der Neuauflage des Protokolls 2012 nicht mehr dabei.

Kyoto Nummer Zwei

Teilnehmer applaudiert in Doha, Katar, auf der 18. UN-Klimakonferenz bei der Verkündung zur Verlängerung des Kyoto-Protokoll-Abkommens

18. UN-Klimakonferenz in Doha/Katar 2012: Das Kyoto-Protokoll-Abkommen wird verlängert

Kyoto II hat faktisch direkt angeschlossen und wird bis 2020 reichen, aber tatsächlich sind neben der EU und Australien kaum noch bedeutende Staaten dabei. Die unmittelbare Wirkung des Protokolls war also tatsächlich nahe Null.

Trotzdem hat es eine Bedeutung - denn es hat politisch eine Menge ausgelöst: Fast alle Staaten der Welt investieren heute in erneuerbare Energien, in Dämmung, in neue Technologien. Emissionshandels-Systeme gibt es - nicht nur in der EU, neue Ansätze für die Landwirtschaft, neue Forschungsbereiche... All das wäre ohne die Klimaverhandlung kaum denkbar gewesen.

Klimaschutz, Qualmende Kraftwerke, verdreckte Luftschichten

Klimaschutz - wird sich noch lange hinziehen

Noch in diesem Jahr soll in Paris ein ganz neues, weltumspannendes Klimaschutzabkommen beschlossen werden für die Zeit nach 2020. Dieses Mal mit den USA und auch mit Beiträgen der großen Schwellenländer wie Indien und China.

Beim Zusammenbasteln dieses neuen Abkommens sind sie dann alle froh, dass sie ungehemmt in den alten Werkzeugkasten greifen können.

Online: Heidi Keller, Christine Scherer