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Rechnet die Bundesregierung den Zustand der Truppe systematisch schön? Der Chef des Bundeswehrverbands hat jedenfalls andere Zahlen.

Dass die Bundeswehr Modernisierungsbedarf hat und nicht den Anforderungen einer modernen Armee entspricht, ist bekannt. Nach Einschätzung des Deutschen Bundeswehrverbandes jedoch ist sogar nur maximal die Hälfte aller Waffensysteme einsatzbereit.

"Die Politik hat richtigerweise erkannt, dass die weltweiten Risiken und Bedrohungen unserer Sicherheit eine Vollausstattung der Bundeswehr erfordern", sagte Verbandschef André Wüstner der "Welt".

"Solche Meldungen irritieren die Truppe"

"Doch da liegen wir maximal bei 50 Prozent. Bei einigen Systemen wie Hubschraubern oder den alten Tornados ist es noch schlimmer, da ist die Lage prekär." Das Verteidigungsministerium hatte in einem Bericht für den Bundestag Anfang Dezember von durchschnittlich 74 Prozent einsatzbereiten Hauptwaffensystemen gesprochen.

"Solche Meldungen irritieren die Truppe und zeichnen in der Gesellschaft ein falsches Bild. Denn diese 74 Prozent beruhen auf abstrusen Berechnungsmodellen und haben mit der täglichen Lebenswirklichkeit in der Truppe nicht ansatzweise etwas zu tun", sagte Wüstner.

"Ob in einer Einsatzflottille der Marine, einer Division des Heeres oder einem Luftwaffengeschwader: Überall verwalten die Frauen und Männer noch immer den Mangel, allen vor vielen Jahren politisch ausgerufenen Trendwenden zum Trotz."

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