Viele Windräder - getaucht in orange-gelbes Sonenlicht: Die Kernhindernisse beim Ausbau der Windenergie sind auch 2022: Flächenverfügbarkeit, Dauer der Genehmigungsverfahren,  (Foto: unspllash)

Weiter deutliches Nord-Süd-Gefälle

Erneuerbare Energien: Wenig neue Windräder im Südwesten

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Alice Thiel-Sonnen

238 Windkraftanlagen wurden bundesweit im ersten Halbjahr installiert - etwas weniger als im Vorjahr. Rheinland-Pfalz steht beim Ausbau auf Platz fünf, Baden-Württemberg am Ende.

Nach den Zahlen des Bundesverbands Windenergie und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau wurde das Gros der neuen Windräder - 80 Prozent - im Norden Deutschlands aufgestellt. Schleswig-Holstein ist mit Abstand der Spitzenreiter. Gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Niedersachsen. Rheinland-Pfalz belegt mit elf neuen Anlagen Platz fünf. Baden-Württemberg gehört mit fünf neuen Windrädern zur Gruppe der Schlusslichter. Auch aufs ganze Jahr prognostiziert ist das zu wenig, sagen die Branchenverbände. Für das bundesweite Ausbauziel wäre das fünffache Volumen nötig.

"Die altbekannten Hindernisse bestehen jedoch weiterhin fort. Die durchschnittliche Dauer der Genehmigungsverfahren hat sich in den vergangenen fünf Jahren um fast 60 Prozent erhöht."

Volumen der neuen Strom-Leistung sogar leicht gesunken gegenüber dem Vorjahr

Von Januar bis Juni 2022 wurden Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer Leistung von insgesamt 977 Megawatt installiert. Der Zubau bewegt sich damit auf einem fast identischen Niveau wie im Vergleichszeitraum 2021 - exakt berechnet ist das Volumen um 0,2 Prozent gesunken.

Schneller Ausbau vertagt: Zwei-Prozent-Ziel erst im Jahr 2032

Durch ein kürzlich beschlossenes Gesetz soll die Windkraft schneller ausgebaut werden. Die Bundesländer müssen künftig deutlich mehr Flächen für die Windkraft bereitstellen. Bis 2026 sollen insgesamt 1,4 Prozent der Bundesfläche für die Windkraft ausgewiesen werden. Im Jahr 2032 soll das Zwei-Prozent-Ziel erreicht werden. Dazu sagte der Branchenverbandschef Albers, jetzt würde es zwar eine gesetzliche Grundlage geben, jedoch sei es in der Erreichung auf die nächste Legislaturperiode vertagt. Der BWE habe aber in einer aktuellen Studie zu Flächenpotenzialen deutlich gemacht, dass es in allen Bundesländern verfügbare Flächen gibt. Sogar für die Situation in den Stadtstaaten liege ein gangbarer Lösungsvorschlag vor, meint der Branchenverband. Er kritisiert, dass es weiterhin ein deutliches Nord-Süd-Gefälle beim Ausbau der Windenergie geben würde.

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