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Corona-Schnelltests gibt es inzwischen gefühlt an jeder Straßenecke. Für die Anbieter ist es ein lohnendes Geschäft. Seriös sind die Angebote nicht immer.

18 Euro bekommt der Betreiber eines Corona-Schnelltestzentrums aktuell für einen Test. Das Geld kommt vom Bund; letztlich zahlt also der Steuerzahler - über den Umweg der Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese rechnen die Tests mit den Betreibern der Zentren ab und erstatten ihnen nach etwa einem Monat das Geld. Der Betrag von 18 Euro ist in der Corona-Verordnung festgelegt und setzt sich zusammen aus einer Pauschale in Höhe von zwölf Euro für die Testung und maximal sechs Euro Sachkosten-Erstattung für das dazu verwendete Test Kit.

Ab dem hundertsten Test am Tag wirft ein Testzentrum Gewinn ab, berichten Betreiber. Schnell ist das Geschäft profitabel: Ab etwa 160 Testungen am Tag belaufen sich die Einnahmen auf rund 40.000 Euro im Monat. Mit einem größeren Testzentrum mit mehren hundert Testungen am Tag lassen sich dann bis zu 100.000 Euro im Monat verdienen.

Der Eingang zu einem Corona-Testzentrum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bernd Wüstneck)
Der Betrieb eines großen Corona-Testzentrums ist ein gutes Geschäft. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bernd Wüstneck

Und das obwohl den Betreibern hohe Betriebskosten entstehen, wie die Umsetzung umfangreicher Hygienekonzepte, die Beschäftigung speziell geschulten Personals oder auch Kosten für extra angemietete Räumlichkeiten.

Arbeiten in der Grauzone

Regelmäßige Kontrollen finden in den Testzentren bislang nicht statt. Die dafür eigentlich zuständigen Gesundheitsämter haben mit der Kontaktnachverfolgung der Corona-Infizierten nach wie vor alle Hände voll zu tun.

Und so gibt es eben auch immer wieder Berichte von Missständen bei den Teststationen. Sei es, dass für eine eigentlich kostenfreie "Bürgertestung" der Kunde doch zur Kasse gebeten wird. Sei es, dass Hygienebestimmungen nicht ausreichend eingehalten werden oder bei den Testungen nicht genau genug gearbeitet wird. Bislang sind dies Einzelfälle. Aber wo es keine generellen Kontrolle gibt, werden bislang eben auch nur die ganz groben Verstöße offenbar.

Verbraucherzentralen raten zur Aufmerksamkeit

Verbraucherschützer raten jedenfalls zur Vorsicht bei der Auswahl der Testzentren. Gerade weil die Stationen für die Eindämmung der Pandemie derzeit so bedeutsam sind, sei es wichtig, ein seriöses Testzentrum auszuwählen.

So erkennen Sie eine seriöse Teststelle:

  • Wie sehen die Räumlichkeiten aus? Wirken sie sauber?
  • Wie tritt das Personal auf: Ist es kompetent und freundlich? Kann es Fragen beantworten?
  • Und - ganz wichtig - welche Test-Kits werden in der Teststelle verwendet? Hier gibt es inzwischen nämlich ein breites Angebot an Corona-Schnelltests. Nicht alle gelten als zuverlässig:

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Darum gilt vor beziehungsweise bei der Testung: Seien Sie aufmerksam. Fragen Sie nach! Und melden Sie Auffälligkeiten den Behörden. Schließlich geht es um viel Geld, für das letztlich alle Steuerzahler aufkommen müssen.

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