Ein Feuerwehrmann steht neben einem Schlauch, mit dem Wasser im Hagener Ortsteil Hohenlimburg abgepumpt wird. Hier hatte Starkregen für teilweise chaotische Zustände gesorgt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Dieter Menne)

Starkregen und Überschwemmungen

Naturkatastrophe im Anmarsch - wer warnt wen, wann und wie?

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Nach den schweren Unwettern in Teilen Deutschlands wird Kritik an der Warninfrastruktur laut. Doch wie funktionieren Warnungen vor Naturkatastrophen in Deutschland, insbesondere vor Unwettern?

Katastrophenschutz ist in Deutschland eine gemeinschaftliche Aufgabe, von Bund, Ländern, Kommunen und Organisationen. In erster Linie ist Katastrophenschutz aber Ländersache - und je nach Bundesland anders strukturiert. Der Bund hat dabei keine unmittelbaren Zuständigkeiten, kann aber zur Unterstützung herangezogen werden.

Ein Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) bringt Feldbetten ins Bürgerhaus im rheinland-pfälzischen Kordel. Vor einigen Tagen waren zahlreiche Häuser im Ort vom Hochwasser geflutet worden, Bewohner mussten evakuiert werden.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Harald Tittel)
Ein Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) bringt Feldbetten ins Bürgerhaus im rheinland-pfälzischen Kordel. Vor einigen Tagen waren zahlreiche Häuser im Ort vom Hochwasser geflutet worden, Bewohner mussten evakuiert werden. picture alliance/dpa | Harald Tittel

Droht nun eine Gefahrenlage wie ein schweres Unwetter, dann liegt die Pflicht zur Warnung zunächst beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Dieser ist als Bundesbehörde gesetzlich dazu verpflichtet, amtliche Warnungen herauszugeben, wenn durch das Wetter eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung droht oder ein hoher Schaden entstehen könnte.

Wetterdienst warnt Bürger und Behörden vor drohenden Unwettern

Verschiedene Warn-Apps, darunter die Notfall-Informations- und Nachrichten-App "Nina" des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, und die Notfall-App «KATWARN» sind auf auf einem Smartphone zu sehen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene)
Verschiedene Warn-Apps, etwa die Notfall-Informations- und Nachrichten-App "Nina" des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, und die Notfall-App «KATWARN» sollen vor Unwettern warnen. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Der DWD warnt zum einen die Bevölkerung, zum Beispiel über Radio und Fernsehen, das Internet oder verschiedene Warn-Apps wie KATWARN oder NINA. Gleichzeitig ist der DWD als nationaler meteorologischer Dienst dafür zuständig, die Behörden über Wettergefahren zu informieren. Die zuständigen Stellen für den Katastrophenschutz werden schon bis zu einer Woche im Voraus auf eventuell drohende Extremwetterlagen hingewiesen.

Örtliche Behörden sind für Unwetter-Vorkehrungen zuständig

Der DWD informiert die Behörden über mögliche Gefahren sowie erwartbare Schäden. Diese entscheiden dann anhand von weiteren Daten und Parametern, welche Warnungen und Vorkehrungen auf den Weg gebracht werden. Denn die Wetterauswirkungen vor Ort sind auch abhängig von etwa der Bodensättigung oder den Pegelständen von Flüssen oder Talsperren.

Katastrophenschutz in der Regel zunächst kommunal

Betrifft das Extremwetter nur eine Stadt, wird der Katastrophenschutz in den Bundesländern in der Regel kommunal geregelt. Wird erwartet, dass die Auswirkungen größer sein könnten, wird die Bezirksregierung oder bei landesweiten Ereignissen auch das Innenministerium des Bundeslands hinzugezogen. Die gebildeten Krisenstäbe koordinieren dann die Gefahrenabwehr und die Information der Bevölkerung.

Feuerwehrleute stehen in der Ostparksiedlung. Die Feuerwehr versucht, die Wassermassen mit Sandsäcke zu stoppen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | David Young)
Die Feuerwehr hat versucht, die Wassermassen mit Sandsäcke zu stoppen. picture alliance/dpa | David Young

Es wird also entschieden, ob und wie die Bevölkerung gewarnt wird. Dies kann wieder über Apps, Social Media, die Medien oder auch über Sirenen bzw. Lautsprecher geschehen.

Krisenstäbe übernehmen und koordinieren Hilfsmaßnahmen

Bei Anordnung von Schutzmaßnahmen informieren und beauftragen die Krisenstäbe verschiedene Organisationen mit der Ausführung. Allen voran stehen hier die kommunalen Feuerwehren. Auf Anforderung kann auch weitere Unterstützung vom Bund beantragt werden, beispielsweise die Bundeswehr oder das Technische Hilfswerk.

Die Warnungen über das Wetter obliegen also dem Deutschen Wetterdienst. Die darauffolgenden Warnungen über die möglichen Auswirkungen und Konsequenzen vor Ort und die Koordination der Schutzmaßnahmen liegen bei den Kommunen, Bezirksregierungen oder den Innenministerien der Länder.

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