Kopf eines kleinen Mädchens. Es streckt die Arme zur Abwehr aus. (Foto: Imago, blickwinkel McPHOTO M. Begsteiger)

Sexueller Missbrauch Wie Eltern ihre Kinder schützen können

Papst Franziskus verspricht Ergebnisse des Missbrauchsgipfels im Vatikan. Unabhängig davon raten Experten: Eltern können ihre Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen.

Ein Schlüssel liege in der Wahl der richtigen Erziehungsmethoden, erläutert Renate Schepker, Kinderpsychiaterin aus Ravensburg. Im SWR gab sie die Empfehlung ab, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, um sexuellem Missbrauch vorzubeugen.

Täter suchten sich nämlich oft Kinder aus, die Schwierigkeiten hätten, ihre eigene Meinung zu vertreten. Bei solchen Kindern bestehe die Möglichkeit, dass sie den Missbrauch für sich behielten, so Schepker. Auch schlecht aufgeklärte Kinder würden eher Opfer sexuellen Missbrauchs. Sie blieben oft still und würden niemandem von den Übergriffen erzählen.

"Aktive Teilhabe am Leben der Kinder ist ganz wichtig"

Die Kinderpsychiaterin rät allen Eltern, genau hinzuhören, was ihre Kinder erzählen. Wenn ein Junge oder Mädchen beispielsweise aus dem Kindergarten nach Hause komme und sage: "heute war es nicht gut", müssten die Eltern nachfragen, um den Grund herauszubekommen. "Dieses aktive Teilhaben am Leben der Kinder ist ganz wichtig."

Zur Vorbeugung sollten Eltern nicht verschweigen, dass Kinder sexuell missbraucht würden. "Das Thema ist in den Medien", sagt Renate Schepker, "und Kinder bekommen sehr viel mehr mit, als Eltern glauben." Deshalb sollten Kinder frühzeitig aufgeklärt werden mit dem Ziel, "dass es sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen gibt und dass solche Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern nichts zu suchen haben."

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