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Im Kampf gegen die grassierenden Lungenkrankheit in China schottet das Land mehrere Großstädte ab. Derweil ist das Virus auch in Frankreich aufgetaucht.

Zunächst waren in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan Busse, U-Bahnen, Züge, Fähren und auch der Flugverkehr gestoppt worden. Zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden - bei Nichteinhaltung drohen Strafen. Die in Koblenz geborene Sarah Heintze, die in Wuhan lebt, hat mit dem SWR über die Situation vor Ort gesprochen.

Betroffene Städte liegen alle in der Provinz Hubei

Inzwischen haben die Behörden sechs chinesische Städte abgeriegelt, darunter die Sieben-Millionen-Stadt Huanggang sowie die Stadt Ezhou mit einer Million sowie die Stadt Chibi mit einer halben Million Einwohnern. Alle Städte liegen in der Provinz Hubei. In Peking haben die Behörden die geplanten großen öffentlichen Veranstaltungen zum chinesischen Neujahrsfest abgesagt.

Erste Fälle in Europa

Am Wochenende wurden erstmals drei Coronavirus-Verdachtsfälle in Frankreich bestätigt. Einer der beiden Patienten wird in Bordeaux behandelt, die anderen beiden in Paris, sagte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. Damit ist das Virus erstmals in Europa nachgewiesen worden. Nach Medienberichten über vier Verdachtsfälle in Schottland gab ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson am Donnerstag zunächst Entwarnung.

Trotz der steigenden Zahl von Infektionen will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausrufen. Der Expertenrat, der die WHO berät, sah dafür am Donnerstag keinen Anlass.

Auch in den USA wurden zwei Fälle der neuartigen Lungenkrankheit nachgewiesen. Die Vereinigten Staaten sind das fünfte Land, in dem das neue Coronavirus bestätigt wurde - neben China, Thailand, Japan und Südkorea. Auch in Hongkong gibt es einzelne Fälle.

Mehr als 400 gemeldete Fälle - inzwischen 25 Tote

Zuletzt waren 440 offiziell gemeldete Infektionen in China bekannt gegeben worden. Die EU-Kommission hat über die möglichen Risiken des neuartigen Corona-Virus beraten, das in China bislang 26 Menschen das Leben gekostet hat. Europa habe die nötigen Mittel, um bereit zu sein, falls sich das Virus ausbreite, sagte ein Gesundheitsexperte der EU-Kommission.

Der internationale Gesundheitsnotstand wurde bislang fünf Mal ausgerufen - 2009 wegen Schweinegrippe, 2014 wegen Polio und Ebola, 2016 wegen Sika und im letzten Jahr erneut wegen der Ebola-Epidemie.

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