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Wetterkapriolen Frühlingsgefühle im November

Plusgrade wie im Frühjahr: Die Winterjacke kann vorerst zurück in den Schrank. Aber welche Auswirkungen hat das Wetter in der Natur - schaden die hohen Temperaturen Tieren und Pflanzen?

Badesee

Baden im November (7.11.2015 im Flückigersee in Freiburg)

Von Petra Haubner, Umweltredaktion

"Die Bienchen und Blümchen fangen jetzt nicht sofort an wie wild zu flirten", sagt Petra Haubner. "Aber natürlich regt so eine warme Wetterkapriole die Natur an und bringt ein bisschen was durcheinander." Und da ist es wie immer im Leben: Es gibt Gewinner und Verlierer.

Erst mal die Gewinner: "Mehr Wärme heißt, dass auch mehr Insekten unterwegs sind und das wiederum bedeutet, dass die Vögel genug zu fressen haben. Wenn also zur Zeit weniger Piepmätze in den Gärten unterwegs sind, ist das kein schlechtes Zeichen; die haben einfach so viel Futter in der freien Natur, dass sie noch nicht zum Betteln vorbeikommen."

Auch Schädlinge fühlen sich wohl 

Leider geht es auch den Schädlingen bei dem schönen Wetter gut, sagt die Umweltexpertin: "Mäuse zum Beispiel vermehren sich bei dem warmen Wetter wieder stärker oder Blattläuse und Fruchtfliegen." Und die vielleicht lästigsten Tiere dieser Liste: Zecken. Die Blutsauger werden bei Temperaturen ab acht Grad Celsius aktiv.

"Das heißt also, dass zum Beispiel Hunde- und Katzenbesitzer jetzt wieder ein bisschen mehr aufpassen müssen. Wenn es wieder kälter wird, ziehen sich die Zecken einfach zurück. Ein warmer November heißt nicht, dass wir grundsätzlich mit einer Zeckenplage rechnen müssen, sie sind nur einfach wieder aktiv so lange es so warm ist", erklärt Haubner.

Wer sind die Schönwetter-Verlierer?

Igel

Igel sollten langsam schlafen gehen

Für die Winterschläfer sind die hohen Temperaturen eher ungünstig. Die Igel etwa sollten sich jetzt eigentlich langsam in den Schlafmodus runterfahren. Wenn die Tiere nun aber noch durch die Gegend laufen oder sogar durch das warme Wetter wieder aufgeweckt werden, verbraucht das zu viel Energie. Damit würden sie den Winter nicht so gut überstehen, so Haubner.

Auch so manche Pflanze kommt durcheinander: Bäume etwa müssten ebenfalls eine Art Winterruhe halten. Wenn sich jetzt alles wieder anfängt zu regen, weil es so warm ist, dann verbrauchten sie ihre Ressourcen, erklärt die Umweltredakteurin: "Die Energie werden sie aber eigentlich eher im kommenden Frühjahr brauchen. Das Hin- und Her kann Bäume, Pflanzen und einzelne Tierarten also schon stressen."

Aber Grund zur Sorge besteht eigentlich nicht, da Tiere und Pflanzen solche Wetterwechsel unterm Strich wegstecken könnten: "Wenn es jetzt wieder kälter wird, dann friert sich die Natur wieder ein und wird im nächsten Frühjahr trotzdem durchstarten."

Online-Redaktion: Ulrike Raffel