STAND
REDAKTEUR/IN

Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Verordnung vorgestellt, die regelt, wer in Deutschland zuerst gegen das Coronavirus geimpft werden kann. Das ist nötig, weil es zu Beginn nicht genug Impfstoff für alle geben wird.

Anspruch auf den Impfstoff haben grundsätzlich alle Menschen, die in Deutschland leben, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Man könne aber nicht allen gleichzeitig ein Angebot machen, weil es an genügend Impfstoff fehle. Die Impfung selbst ist freiwillig.

Spahn: Jeder zweite Covid-Todesfall betrifft über 80-Jährige

"Wir werden dabei zuerst denjenigen einen Schutz anbieten, die ihn auch besonders benötigen", so Spahn. Man werde in den Pflegeeinrichtungen und bei den über 80-Jährigen beginnen und den Menschen, die sich um sie kümmern. Spahn wies darauf hin, dass jeder zweite Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 Menschen über 80 betreffe.

"Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel unserer Impfkampagne"

Jens Spahn, Gesundheitsminister

Die erste Phase werde vermutlich ein bis zwei Monate dauern, sagte Spahn. Erst danach könne das Angebot verbreitert werden. In Abweichung zu den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission will er die Impf-Reihenfolge in drei Gruppen unterteilen:

Gruppe 1: Zur ersten Gruppe zählen neben den Obengenannten auch Beschäftigte in Krankenhäusern, die sich leicht mit dem Coronavirus anstecken könnten. Dazu gehört das Personal auf Intensivstationen oder in der Notaufnahme. Insgesamt sind in der Gruppe mit der höchsten Priorität fast sieben Millionen Menschen.

Gruppe 2: Hierzu zählen Personen ab 70 Jahren, Demenzkranke, Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten, zudem Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen.

Dazu gehören auch Ärzte mit Patientenkontakt, die aber kein besonders hohes Risiko haben, sich bei Patienten anzustecken. Der baden-württembergische Verband der Hausärzte hat dies kritisiert. Die Hausärzte hätten von früh bis spät Kontakt mit hoch ansteckenden Erkrankten, sagte Verbands-Chef Berthold Dietsche dem SWR.

Gruppe 3: Die dritte Gruppe umfasst über 60-Jährige und chronisch Kranke. Dazu zählen unter anderem Patienten mit Diabetes, schwerem Übergewicht, Herzschwäche, Krebs oder Asthma.

Ebenfalls bevorzugt werden Personen "in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen" wie Feuerwehrleute, Polizisten, Erzieher und Lehrer. Aber auch Apotheker, Busfahrer, Lokführer oder Beschäftigte im Einzelhandel und alle anderen medizinisch Beschäftigten, die noch nicht vorher geimpft wurden.

"Der Winter wird noch lang, aber es gibt Hoffnung."

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Mehr zum Thema

Wer kann sich ab wann, wo und wie impfen lassen? Corona-Impfungen in Baden-Württemberg: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Egal, ob in Messen oder Konzerthallen - im ganzen Land sind die großen Corona-Impfzentren gestartet. Doch wer kann sich ab wann und an welchem Ort impfen lassen? Und was ist über den Impfstoff bekannt?  mehr...

Medizin Corona-Impfung - was man darüber wissen sollte

Kann ich trotz Impfung andere infizieren? Was heißt das, dass ein Impfstoff "zu 95 Prozent wirksam" ist? Wie lange wirkt der Impfstoff? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.  mehr...

Medizin Corona-Impfung: Nebenwirkungen künftig per eigener App meldbar

Das Bundesgesundheitsministerium hat dem SWR bestätigt, dass Menschen, die gegen Corona geimpft sind, Nebenwirkungen künftig auch per Smartphone-App melden können.  mehr...

Corona-Krise: Updates, Zahlen und Informationen Live-Blog: Wieder fast 1.000 Tote an einem Tag

Das RKI berichtet über sinkende Neuinfektionen, aber auch über noch immer fast 1.000 neue Tote. Deutschland plant laut "Spiegel" ein Einreiseverbot aus Furcht vor Coronavirus-Mutationen. Alle wichtigen Entwicklungen zum Coronavirus lesen Sie hier in unserem Live-Blog.  mehr...

STAND
REDAKTEUR/IN