Martin Rupps

Wenig Public Viewing bei Fußball-WM

Meinung: Katar – Paradies für Stubenhocker

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Martin Rupps
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Große Städte in Baden-Württemberg bieten während der Fußball-Weltmeisterschaft kein Public Viewing an. Martin Rupps findet das schade. Eine Fußball-WM ist ein biographischer Markstein.

Keine große Stadt in Baden-Württemberg plant Fanmeilen oder Public Viewing während der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im November und Dezember. Dies ergab eine SWR-Umfrage. Auch von privaten Veranstaltern gibt es bisher keine Anträge, städtische Flächen nutzen zu dürfen. Ein Grund ist die kalte Jahreszeit, Veranstalter müssten für viel Geld Hallen mieten. Außerdem lässt sich das öffentliche Interesse bei einer Veranstaltung, an der Blut klebt, nicht absehen.

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DASDING DASDING

Ich fände es schade, wenn die WM eine Sache von Stubenhockern oder Kneipengängern bliebe. Nur wenige Ereignisse eignen sich für Großpartys mit vielen Menschen, eine Fußball-WM gehört dazu. Hoffentlich folgen noch viele dem Beispiel von Eventmanager Stefan Hamann, der in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) 3000 Fans pro Spiel in einer Sporthalle zusammenbringen will.

Keine Frage, der Wettkampf in einem Wüstenstaat mit klimatisierten Stadien ist Irrsinn. Das brutale, schmierfreudige Regime bekommt eine Bühne, die es nicht verdient. Zugleich bedeutet eine Fußball-Weltmeisterschaft einen Markstein in der Biographie aller Menschen, die sich für diesen Sport interessieren. Vor allem für Jugendliche. Ich selbst werde mich für immer erinnern an das Endspiel 1974 oder die "Schmach von Córdoba" vier Jahre später. Schade, dass es damals noch kein Public Viewing gab.

Feiern wir doch diese WM so gemeinschaftlich wie möglich, damit der Geist des Sports außerhalb des Austragungslandes weiterlebt.

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