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Weinführer Von Trink-Spaß bis Gralshüter

Eichelmann, Gault Millau - es gibt einige Weinführer, die ein Leitfaden für die Qualität der guten Tropfen sein wollen. SWR-Weinexperte Werner Eckert erklärt die Unterschiede.

Weingläser mit rot und weißen Wein

Weingenuss - mit und ohne Weinführer möglich

Es gibt nicht die eine Institution, die einen deutschen "Winzer des Jahres" kürt. Im frisch veröffentlichten Weinführer von Kritiker Gerhard Eichelmann etwa werden insgesamt 865 deutsche Weingüter und 9.750 Weine besprochen.

Der Autor und sein Team haben in diesem Jahr die beste Rotweinkollektion in Baden prämiert: Spitzenreiter ist demnach der Wein aus den Kellern von Konrad Schlör in Reicholzheim in Tauberfranken. Seine badischen Rotweine aus Spätburgunder- und Schwarzriesling-Trauben zählten zu den großen Rotweinen des Jahrgangs 2013 in Deutschland, begründet die Eichelmann-Weinführer-Jury ihre Wahl.

Offene und blinde Testverfahren

Am Eichelmann-Weinführer arbeitet eine Handvoll Tester, erklärt Werner Eckert. Sie gelten als etwas offener für Neueinsteiger als etwa die Jury des Gault Millau. "Und ich finde, sie sind stärker als die anderen am Trink-Spaß orientiert", sagt der Weinexperte. Bei diesem Verfahren wird offen getestet – das bedeutet, dass die Tester immer wissen, was sie im Glas haben.

Der Gault Millau nimmt mehr als 1.000 Weingüter unter die Lupe. Laut Eckert gelten die Tester dort als die 'Gralshüter der Tradition': "Da stehen auch edelsüße Weine immer ganz oben auf dem Treppchen. Die sind eher an Eleganz und Lagerbarkeit orientiert." Für den Gault Millau testen zwei Dutzend Tester ebenfalls im offenen Verfahren. Für das Jahr 2015 haben sie Peter Jakob Kühn aus dem Rheingau zum "" gekürt.

Hunderte Jurys sieben aus

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft ist seit einiger Zeit ebenfalls mit einem "Winzer des Jahres" unterwegs: "Das ist dann der, der die meisten Punkte bei der Bundesweinprämierung bekommt – also: Ein ganz anderer Ansatz", erklärt Eckert. Dort testen nämlich Hunderte von Jurys deutschlandweit Weine - und zwar blind. "Das sind aber überwiegend Winzer – und das bringt dann so eine Art Mainstream-Geschmack zum Vorschein: Sehr trinkbare Weine, aber das ist nie die Speerspitze der Entwicklung; und Weine mit Ecken und Kanten haben es einfach schwer."