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Weihnachtsgebäck ab September Stracciatella - oder doch schon Zimtsterne?

Diese Woche gibt es wieder sommerliche Temperaturen - und Lust auf Eis. Was Eisdielen freut, treibt den "Herbstgebäck"-Herstellern Sorgenfalten ins Gesicht. Für Lebkuchen sollte es kühler sein.

Eiscreme und Weihnachtsgebäck

Die Sonne lockt noch zum Eis essen - und im Supermarkt liegen bereits Lebkuchen und Zimtsterne

Es könnte noch einmal klappen mit den 30 Grad in dieser Woche. Lebkuchen-Hersteller hätten es aber gerne kühler. Sie haben auch dieses Jahr zum meteorologischen Herbstanfang ihr sogenanntes "Herbstgebäck" in die Läden gebracht.

Kritik von den Kirchen

Die Süßwarenindustrie hat Lebkuchen, Zimtsterne, Spekulatius und Dominosteine schon seit einer ganzen Weile in "Herbstgebäck" umgetauft. Schon der Name stößt bei Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche regelmäßig auf Kritik. Die Herkunft des Gebäcks und der Bezug zu Advent und Weihnachten gehe dadurch verloren. Auch den frühen Verkaufsstart der vorweihnachtlichen Süßigkeiten kritisieren nicht nur die Kirchen immer wieder.

Nur ein Gerücht: Weihnachtsgebäck wird immer früher ausgeliefert

Lebkuchen schon in Supermarktregalen

Lebkuchen schon in Supermarktregalen

Dass Lebkuchen und Spekulatius immer früher in den Regalen liegen, stimmt allerdings nicht: Der deutsche Handelsverband betont, dass der Verkauf schon seit mehr als zehn Jahren Anfang September losgeht. Schoko-Weihnachtsmänner und Nikoläuse, die eindeutig nach Weihnachten aussehen, gibt es aber erst ab etwa Mitte Oktober.

Wann genau die saisonalen Süßigkeiten verkauft werden dürfen, dafür gibt es keine Fristen, das bestimmen die Supermärkte und Läden selbst. Hersteller und Handel verweisen auf die Nachfrage. Sie schwanke zwar mit dem Wetter, aber Lebkuchen gingen durchaus auch schon im September weg.

Lust auf Lebkuchen und Zimtsterne

Lebkuchen

Die Lebkuchenproduktion hat begonnen

Da spielt natürlich der Effekt mit, dass man auf Dinge, die es lange nicht gab, erst einmal mehr Lust hat. Insgesamt blieb der Pro-Kopf-Verbrauch für das Advents- oder Herbstgebäck seit einigen Jahren bei rund 900 Gramm in etwa stabil, so der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie.

Letztes Jahr wurden gut 80.000 Tonnen Lebkuchen, Spekulatius und anderes Weihnachtsgebäck produziert. Vor sieben Jahren waren es übrigens noch über 100.000 Tonnen Lebkuchen. Fast ein Fünftel des deutschen Weihnachtsgebäcks geht ins Ausland.

Nach den Zahlen des Marktforschungs-Unternehmens Nielsen waren die Lebkuchen - nicht zuletzt aufgrund der vielen verschiedenen Unterarten - im Jahr 2015 mit 38 Prozent klar die Nummer Eins in der Gunst der Verbraucher. Danach folgte der Spekulatius mit 22 Prozent und dicht darauf auf Platz Drei die Gruppe der Stollen mit 21 Prozent. Dominosteine stehen für 8 Prozent des Absatzes mit Herbstgebäck. Somit bleibt für die "Sonstigen" mit Zimtsternen, herbstlichem Mürbegebäck und anderen saisonalen Leckereien ein Anteil von 11 Prozent.

Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Heidi Keller