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US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos Umweltaktivisten wie Greta Thunberg kritisiert. Die Schwedin hatte zuvor Politiker gemahnt, beim Klimaschutz mehr auf die Wissenschaft zu hören.

Trump sagte bei der Eröffnungsrede im Schweizer Skiort Davos: "Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen." Im Publikum saß auch Greta Thunberg, die kurz zuvor den Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft Versagen im Kampf gegen den Klimawandel vorgeworfen hatte.

Thunberg hatte gefordert, in Klimafragen mehr auf die Wissenschaft zu hören. Beim Weltwirtschaftsforum WEF in Davos sagte sie, ohne die Erderwärmung als reale Krise zu behandeln, könne sie nicht gelöst werden. Die Klimaschutzbewegung sei lediglich ein erster Schritt.

Trump lobt Beziehung zu China

In seiner offiziellen Eröffnungsrede sprach Trump auch über die Handelsbeziehungen seines Landes zu China. Die jetzt geschlossenen Abkommen mit Peking seien ein Vorbild für den Handel im 21. Jahrhundert, sagte Trump. Er stellte weitere bilaterale Handelsabkommen, zum Beispiel mit dem Vereinten Königreich in Aussicht.

"Er ist für China, ich bin für die Vereinigten Staaten. Aber ansonsten lieben wir uns."

Donald Trump über Präsident Xi Jinping

"Eine solidarische und nachhaltige Welt"

Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens in den Schweizer Alpen mit rund 3.000 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stehen der Kampf gegen den Klimawandel sowie geopolitische Krisen etwa im Nahen Osten und in Libyen. Die Tagung steht in diesem Jahr unter dem offiziellen Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt".

Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, hat in diesem Jahr bewusst junge Aktivisten unter 20 Jahren eingeladen, damit sich nicht alles um die Topmanager dreht.

Für diese vornehmlich jungen Aktivistinnen und Aktivisten war die Rede von US-Präsident Trump eine absolute Enttäuschung, kommentiert SWR-Wirtschaftsredakteurin Sabrina Fritz:

Grünen-Chef Habeck: Trump steht auf der anderen Seite

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Rede von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos kritisiert. Sie sei ein Desaster gewesen und nun sei noch klarer zu sehen, dass die Welt in Sachen Klimaschutz die Richtung wechseln müsse.

"Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen - er steht auf der anderen Seite."

Robert Habeck, Grünen-Chef

"Ikonen der Umweltbewegung"

Die 17-jährige Thunberg wurde jüngst vom US-Magazin "Time" zur "Person des Jahres" gekürt und erhielt 2019 den Alternativen Nobelpreis. Neben ihr wurden dieses Jahr auch weitere "Ikonen" der Bewegung gegen den Klimawandel nach Davos eingeladen: darunter die Kanadierin Autumn Peltier, die sich seit Kindesbeinen dafür einsetzt, dass Wasser eingespart wird.

Mit von der Partie ist auch der irische Jugendliche Fionn Ferreira, der sich eine Lösung ausgedacht hat, wie Mikroplastik nicht mehr in die Meere gelangt.

Am Donnerstag wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Davos erwartet.

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