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Grüner Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien soll Industrie und Verkehr in der EU helfen, CO2-Emissionen massiv zu senken. Die EU legt dafür ein Milliarden-schweres Programm auf.

"Wasserstoff wird der Schlüssel für den Industriesektor", sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. 28 Milliarden Euro aus der Wasserstoff-Strategie der EU sollen im Rahmen von Public Private Partnerships (PPP) - öffentlich-privaten Partnerschaften - auch nach Deutschland fließen für den Umstieg auf klimafreundliche Energien.

Wie Wasserstoff (teuer) gewonnen wird

Wasserstoff ist eine Art Energie-Überträger - man kann ihn nicht einfach aus der Erde buddeln wie Kohle, Öl und Gas - man muss ihn erst mal aufwändig herstellen.

  • Klassisch wird er aus Erdgas abgespalten. Das ist das billigste - die Kosten belaufen sich auf ungefähr ein bis zwei Euro pro Kilo. Dann ist er aber nicht nachhaltig beziehungsweise klimaneutral hergestellt.
  • Das ist nur der Fall, wenn er mit Erneuerbarem Strom aus der Spaltung von Wasser entsteht. Das kostet aber mindestens sechs bis zehn Euro je Kilo.
  • Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, ihn aus Kohle so herzustellen, dass dabei nur klimaneutraler Kohlenstoff übrigbleibt - bislang ist das aber eher ein Forschungsthema als Realität. Das gleiche gilt für die Herstellung mit Solarthermie.

Was die Wasserstoff-Strategie der EU ausbremst

Fakt ist: Nur wenn Wind- und Sonnenstrom sehr reichlich und billig sind, könnte sich die Herstellung von Grünem Wasserstoff damit lohnen. Denn man braucht fast dreimal so viel Strom als wenn man ihn direkt nutzt - etwa um die Batterie eines Elektroautos zu laden.

Der Vorteil von Wasserstoff: Er passt in die bestehende Infrastruktur von Tankern, Pipelines, Tankstellen und Gasnetzen und ist relativ gut international zu handeln und zu speichern. Bislang allerdings ist er viel zu teuer im Vergleich zu fossilem Öl und Gas.

Wo Wasserstoff genutzt werden soll - Stahl, Sprit, Strom

Experten rechnen damit, dass Wasserstoff in einer klimaneutralen Zukunft zunächst vor allem für die Herstellung von Stahl verwendet wird und als Treibstoff für Flugzeuge und Schiffe, vielleicht für Busse. Ob er wirtschaftlich jemals als Sprit für Autos dienen kann, gilt als eher unwahrscheinlich.

Zudem ist auch die Technik im Auto sehr teuer - im Pkw braucht man Brennstoffzellen, um aus Wasserstoff wieder Strom zu machen, mit dem die Elektromotoren angetrieben werden.

Der gleiche technische Aufwand muss auch betrieben werden, wenn man Wasserstoff nur als Speichermedium nutzen will und über Brennstoffzellen zu einer anderen Zeit wieder zu Strom macht.

Fazit: Die Zukunft von Wasserstoff hängt wesentlich davon ab, ob er wirtschaftlich mit anderen Energieüberträgern und Speichermedien mithalten kann. Die Märkte haben das noch nicht entschieden.

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