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Das Bundeskabinett hat heute den ersten Teil des Konjunkturpakets über 130 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Ob das genügt, ist fraglich, sagt die Volkswirtschaftlerin Xenia Matschke von der Universität Trier. Im SWR erklärt sie, welche Unsicherheiten es gibt, und warum die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich schlimmer sind als die der Finanzkrise.

Kommt die zweite Welle, muss nachgebessert werden

Ob noch ein Konjunkturpaket nötig ist, das hängt für die Volkswirtschaftlerin Xenia Matschke hauptsächlich ab, wie sich die Pandemie entwickelt. Sie hält es aber für wahrscheinlich. Wenn eine zweite Infektionswelle kommt, werde das der Wirtschaft weiter schaden. Aktuelle Schätzungen gingen von einem wirtschaftlichen Einbruch in Deutschland von etwa sieben Prozent für dieses Jahr aus. "Das war aber unter der Annahme, dass es ab dem dritten Quartal, also ab Juli wieder deutlich besser geht. Aber das können wir letztendlich nicht wirklich sagen", so Matschke.

Wo ein mögliches zweites Konjukturpaket ansetzen könnte, erklärt Volkswirtschaftlerin Xenia Matschke im Audio.

Wirtschaftliche Schäden deutlich größer als nach der Finanzkrise

Die Schätzungen des Internationalen Währungsfonds IWF gehen für Deutschland von einem Konjunktureinbruch von minus sieben Prozent und für die ganze Welt von Minus drei Prozent aus. Matschke bezeichnet diese Einbrüche als "sehr massiv". Im Vergleich dazu habe der weltweite wirtschaftliche Einbruch nach der Finanzkrise 2008/2009 bei nur 0,1 Prozent gelegen. Die Krise 2008 war "eine finanziell gemachte Krise (...) keine reale Krise in dem Sinne, dass etwas in der Realwirtschaft passiert wäre", erklärt Matschke. Diesmal sei das völlig anders. Jetzt seien Produktion und Nachfrage dramatisch eingebrochen. Deshalb habe die "Realwirtschaft sehr stark gelitten, und zwar deutlich stärker als in der Finanzkrise 2008/2009", so Matschke

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