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Die Bahn rauscht mit Hochgeschwindigkeit in den nächsten Tarifkonflikt. Zur Unzeit, findet SWR-Wirtschaftsredakteur Uwe Bettendorf.

Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier feierlich den längsten ICE aller Zeiten auf den Namen „Bundesrepublik Deutschland“ getauft hat, rauscht die Bahn mit Hochgeschwindigkeit in den nächsten Tarifkonflikt.

Ein Arbeitskampf, der zur Unzeit kommt, schließlich ziehen die Buchungszahlen gerade erst wieder an, nachdem die Bahn zuvor über viele Monate fast leere Züge durch die Republik gefahren und milliardenschwere Verluste angehäuft hat.

Doch der GDL ist das egal, für das Minus soll der Steuerzahler aufkommen, die Bahnbeschäftigten dürften nicht unter der Pandemie leiden. Dabei hat der Konzern einen Tarifabschluss auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes in Aussicht gestellt, so wie er zum Beispiel für die Beschäftigten an den Flughäfen abgeschlossen wurde. Dazu sichere Arbeitsplätze, in Pandemiezeiten sicher kein schlechtes Pfund.

Lokführergewerkschaft GDL geht mit überzogenen Forderungen in Warnstreiks

Doch die GDL will mehr, ihre zahlreichen Forderungen belaufen sich nach Berechnungen der Bahn auf das Dreifache des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst. Das mag in guten Zeiten drin sein, in schlechten Zeiten aber ist es nicht zu vertreten. Der Verdacht drängt sich auf, dass es GDL-Chef Klaus Weselsky vor allem darum geht, den Einfluss seiner Gewerkschaft im Konzern durch einen üppigen Tarifabschluss auszubauen.

Denn bisher sind seine vollmundigen Kampfansagen an die Adresse der Konkurrenzgewerkschaft EVG krachend gescheitert. Die GDL vertritt in gerade mal 16 von 300 Bahn-Betrieben die Mehrheit der Beschäftigten und fürchtet sich vor der Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes, auch wenn sie das bestreitet. Vor diesem Hintergrund setzt Weselsky alles auf eine Karte und macht mit seiner üblichen Klassenkampfrhetorik Stimmung, auf Kosten von uns allen.

Sinnvoller wäre es, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen. Damit der ICE „Bundesrepublik Deutschland“ mit seinen 918 Sitzplätzen durchstarten kann und nicht durch einen unnötigen Arbeitskampf ausgerechnet während der Urlaubszeit ausgebremst wird.

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