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Die meisten Wahlprogramme der Parteien sind laut einer Studie der Universität Hohenheim nicht einfach zu lesen und zu verstehen. Die eigene Steuererklärung ist spannender, meint Kirsten Tromnau in ihrer Kolumne.

Die Wahlprogramme der Parteien zu lesen, kommt in meiner Unbeliebtheitsskala noch vor "Steuererklärung machen". Ich denke oft, diese Texte mit so langen Sätzen und seltsamen Wortkonstruktionen hat doch bestimmt der Computer und kein Mensch geschrieben.

Wahlplakate in Rheinland-Pfalz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Goldmann | Goldmann)
Auf dem Wahlplakat muss die Botschaft kurz und verständlich sein. Bei Wahlprogrammen sieht es da oft anders aus, sagen Forscher. picture alliance / Goldmann | Goldmann

Eine Untersuchung der Universität Hohenheim bestätigt jetzt aber, die Wahlprogramme sind oft unverständlich geschrieben. Die Sprachwissenschaftler aus Hohenheim mahnen Bandwurmsätze, zu viele Fremdwörter und "Denglisch" an.

In Rheinland-Pfalz finden sich Wortungetüme wie "Eigengewichtsübungen" oder "Bedarfsgemeinschaftscoaching" in den Wahlprogrammen. In Baden-Württemberg schreibt eine Partei beispielsweise immer "age-friendly". Da frage ich mich, was das nun wieder soll. Glauben die Politiker ernsthaft, das klingt besser als "altersfreundlich"? Was vermutlich so viel bedeuten soll wie seniorenfreundlich.

Bald ist schon März, der Wahltermin rückt näher und ich frage mich, wie viele Wähler tatsächlich noch in ein Wahlprogramm reinschauen oder sich doch lieber für ihre Steuererklärung entscheiden.

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