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Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt Trier sind die Grünen mit 15 Sitzen stärkste Fraktion im Stadtrat. Die CDU hat ein Drittel ihrer Sitze verloren. Bisher hat eine sogenannte Verantwortungsgemeinschaft von CDU und Grünen in wichtigen Fragen zusammengearbeitet. Welche Koalitionen sind künftig im Trierer Stadtrat möglich?

Die Grünen wollen zunächst eine Mitgliederversammlung abwarten, um zu schauen, mit welchen Fraktionen man verstärkt zusammenarbeiten kann. Fest steht: Eine Neuauflage der schwarz-grünen Verantwortungsgemeinschaft wird es nicht geben. Dafür gibt es keine Mehrheit mehr. Eine Ampelkoalition - die es ja auch schon in Trier gab - ist rechnerisch möglich, aber eher unwahrscheinlich. SPD und FDP sind für neue Baugebiete in Trier, was die Grünen wiederum sehr kritisch sehen. Vermutlich schauen die Parteien in Zukunft bei einzelnen Sachfragen, mit wem man eine Mehrheit zusammenbekommt. Die Fraktionen im Trierer Stadtrat werden wohl enger zusammenarbeiten als bisher.

Dauer

Grüne können selbstbewusster auftreten

Die Grünen können künftig im Trierer Stadtrat mit viel mehr Selbstbewusstsein auftreten. Sie fordern ja bereits die Einrichtung eines eigenen Umweltdezernats. Bislang ist das Thema Umwelt beim CDU-Baudezernenten Andreas Ludwig angesiedelt. Was man erwarten kann, ist, dass es beim Thema Neubaugebiete in Trier deutlich mehr Gegenwind von Seiten der Grünen geben wird. Spitzenkandidatin Reinermann-Matatko sagte im SWR, dass man auch in Sachen Klimaschutz die Grenzen des Wachstums in Trier akzeptieren müsse und man keine neuen Baugebiete in der Nähe von Naturschutzgebieten ausweisen dürfe. Stattdessen solle man mehr mit den benachbarten Kommunen wie Konz oder Schweich in Sachen Wohnraum zusammenarbeiten und den öffentlichen Personennahverkehr ins Umland verbessern.

CDU: "Konnten Themen nicht transportieren"

Beim bisherigen Bündnispartner CDU hat der Vorsitzende Maximilian Monzel am Montagabend seinen Rücktritt angekündigt. Der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), hatte sch am Montagnachmittag zum Ausgang der Europa- und Kommunalwahl im SWR geäußert. Es sei der CDU nicht gelungen, wichtige Themen zu transportieren. Schartz ist auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender.

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