Der Ratssaal von oben aufgenommen (Foto: Pressestelle, Stadt Mainz)

Kommunalwahl in Rheinland-Pfalz Jetzt ist es amtlich: Grüne in Mainz Wahlsieger

Die Stadt Mainz hat am Montagabend das vorläufige Endergebnis der Stadtratswahl bekannt gegeben. Danach sind die Grünen mit 27,6 Prozent stärkste Fraktion. Dahinter folgt die CDU mit 23,4 Prozent. Die SPD muss deutliche Verluste hinnehmen.

Damit haben die Grünen im neuen Mainzer Stadtrat künftig 17 Sitze. Das sind 5 mehr als in der vergangenen Legislaturperiode. Die CDU hat als zweitstärkste Fraktion nur noch 14 Sitze, 4 weniger als bisher.

Auch die SPD-Fraktion wird kleiner und hat nur noch 12 Vertreter im Stadtrat. Die SPD bekam 20,5 Prozent der Stimmen. Neu im Mainzer Stadtrat sind Die Partei und die pro-europäische Bürgerbewegung Volt, jeweils mit einem Sitz. Nach Angaben des Mainzer Wahlleiters war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr mit über 60 Prozent deutlich höher als bei der letzten Kommunalwahl.

Ergebnisse der anderen Parteien

Die FDP ist mit 5,9 Prozent der Stimmen (+0,9) gleichauf mit der Linken (+1,2). Beide werden jeweils 4 Sitze im Stadtrat haben. Die AfD erreicht 5,3 Prozent (+2,3). Das macht 3 Sitze. Die ÖDP hat 4,2 Prozent (+0,2) und 2 Sitze erkämpft. Die Freien Wähler erhalten 1,9 Prozent (+0,9) der Stimmen und einen Sitz, Die Partei 2,4 Prozent (+0,6), Volt 1,4 Prozent, Big 0,5 Prozent.

Eder: "Rotz und Wasser geheult"

Die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder von den Grünen war am Sonntagabend geradezu fassungslos über das Ergebnis: "Das haut mich völlig aus den Schuhen. Ich hätte damit niemals gerechnet und war im Vorfeld pessimistisch. Eben musste ich auch erstmal Rotz und Wasser heulen." In Mainz feierten die Parteimitglieder auch ihr Ergebnis bei der Europawahl.

Alexandra Gill-Gers, Spitzenkandidatin der Mainzer SPD, war am Sonntagabend bedient: "Man hat den Eindruck, es ging weniger um Mainzer Themen bei der Wahl. Das ist ein bundespolitisches Problem der SPD, das wir jetzt auf der kommunalen Ebene ausbaden müssen."

Hannsgeorg Schönig, Fraktionsvorsitzender der CDU im Mainzer Stadtrat, versuchte das schlechte Ergebnis seiner Partei mit der allgemeinen Stimmungslage in Deutschland zu erklären: "Ursache ist, dass wir mit unseren lokalen Themen nicht durchgedrungen sind. Das Thema Klima hat die Menschen so beschäftigt, dass dadurch die Grünen nach vorne geschwemmt wurden."

Stichwahlen in Ortsbeiräten am 16. Juni

In 13 von insgesamt 15 Mainzer Stadtteilen wird der künftige Ortsvorsteher in einer Stichwahl gewählt. Das geht aus dem vorläufigen Endergebnis der Ortsvorsteherwahl hervor.

Lediglich in zwei Stadtteilen sind am Sonntag die Ortsvorsteher im ersten Wahlgang gewählt worden. In Drais hat sich der bisherige Ortsvorsteher Norbert Solbach von der CDU knapp gegen seinen Herausforderer Matthias Dietz-Lenssen von der SPD durchgesetzt.

Lerchenbergs Ortsvorsteherin Sissi Westrich, ebenfalls SPD, sicherte sich fast drei Viertel aller Stimmen und gewann somit deutlich gegen ihre grüne Herausforderin Franziska Conrad.

In den restlichen Stadtteilen wird es in drei Wochen Stichwahlen geben und diese finden in neun Fällen mit grüner Beteiligung statt. So zum Beispiel in Gonsenheim. Hier tritt der erst 23-jährige Markus Alvarez Gonzalez gegen die aktuelle Ortsvorsteherin Sabine Flegel von der CDU an.

Gut 160.000 Mainzer waren am Sonntag aufgerufen, einen neuen Stadtrat zu wählen. Ein Viertel von ihnen hatte ihre Stimme zuvor per Briefwahl abgegeben. Für die 60 Sitze standen gut 450 Kandidaten und Kandidatinnen von zwölf Parteien zur Wahl. 

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