Stadtansicht von Freiburg mit iner Wahlurne und einem Umschlag im Vordergrund. (Foto: Colourbox, SWR, Foto: Google Earth, Montage: SWR)

Freiburg vor der Kommunalwahl Freiburg und seine Bürger – nur wohin mit ihnen?

Freiburg sieht sich gerne als "Green City". Aber wie "grün" ist es an der Dreisam wirklich? Bezahlbarer Wohnraum, Sicherheit, Ökologie – nachhaltige Themen für den neuen Gemeinderat.

Mehr bezahlbarer Wohnraum

Lageplan des Freiburger Architektenbüro zum neu geplanten Stadtteil Dietenbach (Foto: Pressestelle, Satdt Freiburg)
Lageplan vom neu geplanten Stadtteil Dietenbach. Pressestelle Satdt Freiburg

Freiburg bekommt einen neuen Stadtteil für 15.000 Menschen. Die Bevölkerung hat sich bei einem Bürgerentscheid eindeutig für die Bebauung eines 130 Hektar großen Areals im Westen der Stadt ausgesprochen. Im neuen Stadtteil Dietenbach sieht Oberbürgermeister Martin Horn die Bestätigung seiner "Chefsache": der Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum in der Stadt.

Dauer

Trotz des eindeutigen Bürgervotums für den neuen Stadtteil wird das Thema Wohnraum weiterhin kontrovers diskutiert. Kritiker bemängeln die weitere Versiegelung von Natur und sehen die Möglichkeiten der Stadt zur Nachverdichtung bereits bebauter Flächen nicht optimal genutzt. Aktuell sorgen viele ungenutzte Leerstände für politischen Zünd- und Gesprächsstoff. Wohnraum, der bezahlbar ist, unter sozial- und klimarelvanten Gesichtspunkten – sicher eines der Hauptthemen, das den neu zu wählenden Gemeinderat intensiv beschäftigen wird.

Mehr Sicherheit für die Menschen

Mehrere Kapitalverbrechen waren in der jüngeren Vergangenheit Themen, die nicht nur die Menschen hier betroffen gemacht und für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt haben: Die Vergewaltigung und Ermordung einer Medizinstudentin an der Dreisam und eine Gruppenvergewaltigung erschreckenden Ausmaßes stellen nicht nur für Frauen das Thema Sicherheit in den Fokus.

Die Stadt hat zwar bereits Konsequenzen gezogen und in Kooperation mit dem Land eine Sicherheitspartnerschaft entwickelt. Ob dieses Konzept aber das Sicherheitsempfinden der Menschen verbessert, wird auch künftig eine gewichtige Frage sein. Nachhaltiges Weiterdenken der neuen Kommunalpolitker für die Sicherheit ihrer Wähler bleibt weiterhin gefragt.

Mehr Ökologie und Klimaschutz

Oberbürgermeister Martin Horn legt Maßnahmenpaket für Klimaschutz vor (Foto: SWR)
Oberbürgermeister Martin Horn legt ein ganzes Maßnahmenpaket für Klimaschutz vor. Freiburg will bis 2050 klimaneutral sein.

In der Klimabilanz der Stadt Freiburg für die Jahre 2015/16 zeigt sich nach Jahren der Stagnation wieder eine Reduzierung der Treibhausgase pro Einwohner. Insgesamt verringerte sich der CO2-Ausstoß seit 1992 um 37 Prozent. Beim Verkehr gibt es zwar keine Verringerung, im Gegenteil, aber im Energiebereich macht die Stadt Freiburg dennoch Fortschritte. Insofern bescheinigt ihr das jüngste unabhängige Gutachten des "ifeu Institut Heidelberg" eine gute Klimabilanz.

Bis zur Einhaltung der Klimaschutz-Ziele ist allerdings auch in der "Green City" Freiburg noch viel Luft nach oben – zumal die nach wie vor mit Feinstaub belastet ist. Angesichts der aktuellen Diesel-Diskussionen, Fahrverbote und Tempobeschränkungen dürften der Ausbau von Radwegen und des öffentlichen Nahverkehrs – auch über die Grenze ins benachbarte Elsass – zu einem dritten maßgeblichen Themenkreis gehören, der für die hiesige Kommunalpolitik nicht nur an den "Fridays for Future" an oberster Stelle der Agenda steht.

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