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Das Meinungsforschungsinstitut Infratest hat zehn Tage vor der Landtagswahl im Auftrag der ARD die politische Stimmung in Rheinland-Pfalz erfragt. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche Parteien würden die Menschen im Land wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre?

Unverändert zur Vorwoche (Politrend vom 25. Februar) liegt die SPD in der Sonntagsfrage der Vorwahlumfrage RP-Trend bei 30 Prozent. Würde bereits am kommenden Sonntag gewählt, wäre die SPD stärkste politische Kraft im Land, würde aber ihr Wahlergebnis aus der vergangenen Landtagswahl (2016: 36,2 Prozent) verfehlen und auch unter ihrem bisher schlechtesten Ergebnis bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bleiben (1955: 31,7 Prozent). Die CDU gibt im Vergleich zur vergangenen Woche 3 Prozentpunkte ab und hätte damit aktuell 28 Prozent in Aussicht. Damit droht der Union in Rheinland-Pfalz ein neues Rekordtief (2016: 31,8 Prozent).  

Die mitregierenden Grünen könnten bei einer Landtagswahl am kommenden Sonntag - wie die SPD unverändert zur Vorwoche - mit 12 Prozent der Stimmen rechnen. 2016 erhielten sie mit 5,3 Prozent weniger als die Hälfte. 
Die ebenfalls an der derzeitigen Ampelkoalition beteiligte FDP kommt im Rahmen der Vorwahlumfrage mit einem Plus von 2 Punkten gegenüber der Vorwoche auf 9 Prozent (2016: 6,2 Prozent). 

Die AfD, die bei der vergangenen Landtagswahl 2016 drittstärkste Kraft wurde (12,6 Prozent), hätte unverändert zum SWR Politrend im Februar 9 Prozent in Aussicht. Die Freien Wähler erreichen im RP-Trend aktuell 5 Prozent (+1 Prozentpunkt im Vergleich zu Ende Februar). Bei den Landtagswahlen 2016 war ihr Einzug in den Landtag deutlich an der 5-Prozent-Hürde gescheitert. Der Linken bliebe mit aktuell 3 Prozent (2016: 2,8 Prozent) der Einzug in den Landtag verwehrt. Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 4 Prozent. 


Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt und dynamische Entwicklungen bis zum 14. März möglich, denn viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.

So gibt im RP-Trend jeder achte Teilnehmer der aktuellen Umfrage gibt an, dass eine Änderung der Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag in 10 Tagen nicht ausgeschlossen sei. Für gut zwei Drittel ist nach eigenen Angaben die Entscheidung dagegen bereits gefallen. Rund ein Fünftel der Befragten gibt an, nicht an der Wahl teilnehmen zu wollen oder lässt keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Mehr als die Hälfte sehr zufrieden oder zufrieden mit der Landesregierung

Rund zehn Tage vor der Landtagswahl sind 56 Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden mit der Ampelregierung aus SPD, FDP und Grünen - genau wie in der Vorwoche. Das sind allerdings 7 Prozentpunkte weniger als im Politrend vom Januar 2021. 41 Prozent sind weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden (Veränderung zur Vorwoche: - 1). 50 Prozent der CDU-Anhänger äußern sich sehr zufrieden oder zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung (Vorwoche: 49 Prozent), 50 Prozent sind allerdings weniger oder gar nicht zufrieden. Auch 52 Prozent der FDP-Anhänger sind weniger oder gar nicht zufrieden mit der Landesregierung (Vorwoche: 53 Prozent). Besonders kritisch bewerten AfD-Anhänger die Landesregierung. 82 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden (Vorwoche:78 Prozent).

Politische Arbeit der Spitzenkandidaten im Fokus

Nach der Zufriedenheit mit der Arbeit der Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien wurde zuletzt im Januar 2021 gefragt. Damals waren noch 71 Prozent der Befragten mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD sehr zufrieden oder zufrieden. Im Vergleich dazu verliert Dreyer 10 Prozentpunkte. Weniger oder gar nicht zufrieden sind 33 Prozent (Januar 2021: 24 Prozent). Mit der Arbeit von Christian Baldauf, dem CDU-Spitzendkandidaten und Fraktionsvorsitzenden, sind 31 Prozent der Rheinland-Pfälzer sehr zufrieden oder zufrieden (-2 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar 2021). Weniger oder gar nicht zufrieden sind 33 Prozent (Januar 2021: 25 Prozent).


Anne Spiegel von den Grünen ist Familienministerin und seit Anfang 2021 auch Umweltministerin. Mit ihr sind 16 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden (-5 Prozentpunkte), 26 Prozent sind es eher weniger oder gar nicht (keine Veränderung). Nach der Zufriedenheit mit Daniela Schmitt von der FDP wurde zum ersten Mal gefragt. Schmitt ist Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium.15 Prozent der Befragten sind sehr zufrieden oder zufrieden, weniger oder gar nicht zufrieden äußern sich 13 Prozent. Die FDP-Spitzenkandidatin ist dabei lediglich 28 Prozent der Befragten bekannt. Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Michael Frisch, kommt auf Zufriedenheitswerte von 9 Prozent (sehr zufrieden/zufrieden, +2 Prozentpunkte). 15 Prozent sehen die Arbeit des Landtagsabgeordneten kritisch (weniger/gar nicht zufrieden, Januar: 11 Prozent).

Direktwahl: Dreyer oder Baldauf?

Einen Tag vor dem TV-Duell zwischen Ministerpräsidentin Dreyer und Herausforderer Baldauf im SWR Fernsehen würden sich 53 Prozent der Befragten bei einer Direktwahl für die SPD-Politikerin und 29 Prozent für den CDU-Politiker entscheiden. Damit verliert Dreyer im Vergleich zur Vorwoche 3 Prozentpunkte, während Baldauf einen hinzugewinnt. Vor der Landtagswahl 2016 plädierten 54 Prozent für Dreyer während 34 Prozent sich für die 2016 angetretene CDU-Kandidatin Julia Klöckner aussprachen.

Führung der Landesregierung: CDU oder SPD?

Nach der Landtagswahl am 14. März 2021 wünschen sich in der Umfrage 44 Prozent (Vorwoche: 45 Prozent) eine von der SPD geführte Landesregierung. 34 Prozent sprechen sich für ein Kabinett aus, das von der CDU geführt wird (Vorwoche: 38 Prozent). Die Anhänger von SPD (93 Prozent) und Grünen (79 Prozent) sprechen sich laut RP-Trend mehrheitlich für eine SPD-geführte Landesregierung aus. Die Anhänger der CDU (93 Prozent) und die Anhänger der FDP (53 Prozent) sprechen sich mehrheitlich für eine CDU-geführte Landesregierung nach der Wahl am 14. März aus.

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