Porträt Volker Wissing, FDP, Bundestagswahl (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

Spitzenkandidat im Porträt

Volker Wissing (FDP): In der Doppelrolle

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Volker Wissing zieht es nach Berlin. In Rheinland-Pfalz war der Jurist aus der Pfalz bis 2021 Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und zudem stellvertretender Ministerpräsident. Jetzt will er für die FDP in den Bundestag.

Volker Wissing ist auf einem Weingut in der Pfalz groß geworden. Dort hätten sich immer alle gegenseitig unterstützt: "Ich habe dort richtig im Betrieb mitgearbeitet. Das war für mich eine Selbstverständlichkeit. Das bedeutet, dass man etwas weniger Freizeit hat, um sie mit Freunden zu verbringen. Auf der anderen Seite schweißt das eine Familie auch sehr stark zusammen und wir haben heute einen extremen Familienzusammenhalt und sind füreinander da."

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Wissing mit 28 Jahren in die FDP

Der studierte Jurist arbeitet zunächst als Staatsanwalt sowie Richter. Mit 28 Jahren tritt er in die FDP ein und macht Karriere in der Politik. 2011 wird Wissing Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen FDP. Bei der Landtagswahl 2016 tritt er als Spitzenkandidat an und führt die FDP zurück in den Landtag und direkt in eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen. Wissing wird Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau und stellvertretender Ministerpräsident.

Lindner holt Wissing nach Berlin

FDP-Bundesparteichef Christian Lindner hält viel von dem ehrgeizigen Pfälzer und sorgt dafür, dass dieser 2020 Generalsekretär der Bundes-FDP wird. Im Landtagswahlkampf kritisiert die rheinland-pfälzische CDU-Opposition Wissings Doppelrolle: In Berlin betreibe Wissing Fundamentalopposition gegen die Corona-Beschlüsse, die er als Vize-Regierungschef im Kabinett in Rheinland-Pfalz selbst mittrage.

Wissings Doppelrolle in der Kritik

Bei der Landtagswahl im März 2021 schafft die FDP knapp den Sprung in den Landtag und regiert nun erneut in einer Ampelkoalition. Als Generalsekretär der Bundes-FDP attackiert Wissing andere Parteien lautstark. In Rheinland-Pfalz tritt er eher ruhig und bodenständig auf und verteidigt die Politik der Ampelkoalition.

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Wissings Doppelrolle und das bescheidene Wahlergebnis sorgen wohl bei einigen Liberalen für Frust. Beim FDP-Landesparteitag im Mai 2021 bekommt Wissing einen deutlichen Dämpfer. Er wird mit 64,5 Prozent der Stimmen als Landesparteichef bestätigt. Zwei Jahre zuvor hat er noch rund 81 Prozent der Stimmen erhalten.

Wissing setzt auf Pfälzer Humor

Privat hält er sich mit Joggen fit. Über sich selbst sagt Wissing: "Ich bin jemand, der Dinge gern hinterfragt, dem es auf Sachlichkeit ankommt, der sehr ernsthaft sein kann und ein gehöriges Maß Pfälzer Humor hat, den er gerne versteckt. Bekennender Tiefstapler sage ich immer über mich."

Wissing ist Hobbykoch und backt sein Brot auch mal selbst. Die FDP wird von ihm vor allem eins erwarten: das Rezept, um die Liberalen zurück in die Erfolgsspur zu führen.

RLP

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