Tausende Arbeitsplätze bedroht

Krise bei Autozulieferern auf der Ostalb: Wie gelingt der Wandel?

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Schon vor der Corona-Pandemie hatten die Autozulieferer auf der Ostalb zu kämpfen. Während woanders im Jahr 2018 Stellen aufgebaut wurden, ging es bei den Zulieferern schon bergab. Aber wie gelingt der Wandel?

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Der Weg vom Verbrenner- zum Elektromotor stellt Betriebe und Politik auf der Ostalb vor eine große Herausforderung. 1.450 Stellen will der Hersteller von Lenksystemen, Bosch AS, allein in Schwäbisch Gmünd abbauen. Die Belegschaft von derzeit noch 4.300 Mitarbeitern soll um ein Drittel schrumpfen. Nach lautstarken Protesten haben Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft im Sommer ein Eckpunktepapier erarbeitet, demnach soll es zumindest bis 2026 keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Nach lautstarken Protesten bei Bosch AS haben Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft im Sommer ein Eckpunktepapier erarbeitet. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Jonas Silbernagel)
Nach Protesten haben Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft ein Eckpunktepapier erarbeitet, demnach soll es bei Bosch AS bis 2026 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. picture alliance/dpa/Jonas Silbernagel

"Allen ist klar, dass die Autoindustrie vor einem gewaltigen Wandel steht."

Das sei ein kleiner Lichtblick, meint Kai Burmeister von der IG Metall Aalen. Denn im technologischen Wandel sieht er das geringere Problem, der sei beherrschbar. "Problematisch wird es für die Beschäftigten, wenn falsche Unternehmensstrategien dazu kommen, die auf Verlagerung setzen, die auf Tarifflucht setzen." Und darauf, dass man auf der Ostalb keine Zukunft mehr wolle.

10.000 Menschen arbeiten auf der Ostalb für Autozulieferer

Keine Zukunft für die Autozulieferer auf der Ostalb? Immerhin arbeiten im Ostalbkreis rund 10.000 Menschen in diesem Wirtschaftszweig. Seit 2019 hat fast jeder Zehnte in dieser Branche bereits den Job verloren, so die Auskunft der Agentur für Arbeit in Aalen. Die nahe Zukunft sieht offenbar nicht besser aus: In Schwäbisch Gmünd soll der Standort von Eberspächer ganz geschlossen werden, der Zulieferer Voestalpine hat angekündigt, Stellen zu streichen, genauso wie der Aalener Textilveredler Lindenfarb.

Der Weg vom Verbrenner- zum Elektromotor stellt Betriebe und Politik auf der Ostalb vor eine große Herausforderung. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa-Zentralbild/Martin Schutt)
Der Weg vom Verbrenner- zum Elektromotor stellt Betriebe und Politik auf der Ostalb vor eine große Herausforderung. (Sujetbild) picture alliance/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

"Ich glaube schon, dass Bund und Land mit uns Strukturen schaffen müssen, dass wir an den Betrieben dran sind, dass man diese Transformation auch lebt."

Für das Unternehmen Magna in Bopfingen hat Landrat Joachim Bläse (CDU) jüngst ein Maßnahmenpaket geschnürt, um den Standort vor der Schließung zu retten. Bund und Land müssten mit den Landkreisen Strukturen schaffen, damit die Transformation gelinge - und zwar schnell.

Strukturwandel ist Thema im Landtagswahlkampf

Doch wie soll die Transformation gelingen? Für die Landtagskandidaten, egal von welcher Partei, ist es eines der Top-Themen im Ostalbkreis. Kai Burmeister von der IG Metall sieht da nur eine Lösung - alle an einen Tisch bringen: "Wir brauchen Zukunftspläne für die Firmen. Und das heißt, dass wir an jedem Standort beantworten müssen, was sind die Produkte von morgen, was sind die Investitionen von morgen und wie sieht Beschäftigung und Qualifizierung aus? Und dann kann das ein Erfolg werden."

In Schwäbisch Gmünd ist schon ein Zentrum für Wasserstoffforschung im Gespräch. Auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen soll ausgebaut werden. Die Ideen sind da - jetzt wird es höchste Zeit für ihre Umsetzung.

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