Bundestagswahl 2021: Anhängerinnen und Anhänger der SPD reagieren im Willy-Brandt-Haus auf die ersten Ergebnisse der Bundestagswah (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Die Wahl im SWR

Ticker zur Bundestagswahl in Baden-Württemberg: Die Jamaika-Frage auch im Land - SPD klar dagegen, CDU klar dafür

STAND

Nach der Bundestagswahl 2021: Wer wird Kanzler - Scholz oder Laschet? Wahlergebnisse, Analysen und mehr live im Ticker.

Unions-Fraktionsvize warnt vor Gang in die Opposition

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Andreas Jung, hat trotz der Niederlage für die Union bei der Bundestagswahl vor dem Gang in die Opposition gewarnt. "Natürlich kann Opposition ein Ergebnis sein, ich würde es aber für falsch halten, jetzt Opposition als Ziel zu formulieren", sagte Jung dem SWR. "Ich halte es für richtig, dass man jetzt Gespräche führt." Das Ergebnis sei bitter für die Union. Daraus erwachse aber nicht automatisch eine Oppositionsrolle. Jung vertritt den Wahlkreis Konstanz und ist auch Teil des sogenannten Zukunftsteams von Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Wahlkreis Bodensee: Wahlmanagerprogramm sorgt zeitweise für Verwirrung

Wer am frühen Sonntagabend über einen Link auf der Seite des Landratsamtes Bodenseekreis auf das Wahlmanagerprogramm komm.one geklickt hat, bekam zunächst die Ergebnisse für den Landkreis statt für den Wahlkreis Bodensee angezeigt. Wie ein Sprecher des Landratsamts dem SWR sagte, habe man noch vor 20 Uhr den Link entsprechend auf die Wahlkreis-Ansicht geändert. Wer aber die Seite nicht mehr neu über diesen Link auf komm.one öffnete, für den blieb es bei der falschen Ansicht. Man sehe beim Wahlmanagerprogramm von komm.one durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten in Sachen Bedienerfreundlichkeit, so der Landratsamtssprecher gegenüber dem SWR. Auch im SWR-Wahlticker wurden daher am Sonntagabend falsche Ergebnisse für den Wahlkreis Bodensee gemeldet. Das tatsächliche vorläufige Ergebnis für den Wahlkreis Bodensee lautet: Volker Mayer-Lay (CDU) gewinnt das Direktmandat mit 30,4 Prozent der Stimmen. Leon Hahn (SPD) kommt auf 20,8 Prozent und Maria Heubuch (Grüne) auf 17,1 Prozent, Christian Steffen-Stiehl (FDP) auf 12,2 Prozent und Alice Weidel (AfD) auf 9,2 Prozent. Auch bei den Zweitstimmen führt die CDU im Wahlkreis Bodensee trotz starker Verluste mit 26,7 Prozent. Danach folgen SPD mit 19,7 Prozent, Grüne mit 17,3 Prozent, FDP mit 15,8 Prozent und die AfD mit 8,7 Prozent.

92 Stimmen entscheiden über Direktmandat im Wahlkreis Emmendingen-Lahr

Das Rennen um die Direktmandate bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg war im Wahlkreis Emmendingen-Lahr am knappsten: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes erhielten dort sowohl der Kandidat der CDU, Yannick Bury, als auch Johannes Fechner von der SPD 27,8 Prozent der Stimmen. Das Direktmandat errang schließlich Bury. Er bekam 92 Erststimmen mehr als Fechner. Auf Bury entfielen 46.410 Erststimmen, auf Fechner 46.318.

Freiburg landesweite Grünen-Hochburg

Freiburg ist in Baden-Württemberg erneut die Grünen-Hochburg bei der Bundestagswahl. Die Partei holte dort 31,6 Prozent der Stimmen und damit den höchsten Anteil für die Grünen in den Wahlkreisen landesweit. In Stuttgart I bekam die Partei 28,4 Prozent und in Karlsruhe-Stadt 27,8 Prozent der Zweitstimmen. In allen drei Wahlkreisen gingen auch die Direktmandate an die Grünen: In Stuttgart I an Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir, in Karlsruhe an Zoe Mayer und in Freiburg an Chantal Kopf. Die baden-württembergische Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Brantner eroberte in Heidelberg das Direktmandat für ihre Partei.

CDU in Baden-Württemberg vorne - aber auf Rekordtief

Die CDU ist in Baden-Württemberg - anders als im Bund - zwar stärkste Kraft geblieben, aber zugleich auf ein Rekordtief gefallen. Auch AfD und Linke büßten Stimmen ein. Im Aufwärtstrend sind laut dem vorläufigen Ergebnis für Baden-Württemberg dagegen die SPD, die Grünen und die FDP. Wer in Ihrem Wahlkreis wie viele Stimmen bekommen hat, erfahren Sie hier:

Mit umfangreicher Analyse Ergebnisse aller Wahlkreise bei der Bundestagswahl 2021 in Baden-Württemberg

Die Ergebnisse aller 38 Wahlkreise in Baden-Württemberg auf einen Blick mit umfangreicher Wahlkreisanalyse. Von hier geht es auch zu den Wahlkreisgewinnern und allen Details.  mehr...

Grünen-Vorsitzender Hofreiter kündigt Gespräche mit FDP an

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, hat Gespräche mit der FDP angekündigt. "Es wird erstmal in sehr kleinem Kreis zwischen FDP und Grünen gesprochen werden", sagte Hofreiter im ARD-Morgenmagazin. "Da wird man sehen: Was gibt es an Gemeinsamkeiten." Dabei sei es ihm wichtig, den Staat zu modernisieren und das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Es dürfe bei einer Koalition nicht auf den "kleinsten gemeinsamen Nenner" hingearbeitet werden, so Hofreiter. "Es muss vollkommen klar sein, dass das nächste Jahrzehnt ein Investitionsjahrzehnt wird." FDP-Chef Christian Lindner hatte am Sonntagabend in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF erklärt, Grüne und FDP sollten "zuerst miteinander sprechen und schauen, wo es gemeinsamen Grund geben könnte". Liberale und Grüne sollten sich zusammensetzen, um Schnittmengen und Streitpunkte zunächst untereinander auszuloten, bevor es in Sondierungen gehe, so Lindner.

Grünen-Politiker Cem Özdemir Stimmenkönig in Baden-Württemberg

Kein Direktkandidat in Baden-Württemberg hat bei der Bundestagswahl so viele Erststimmen geholt wie Cem Özdemir von den Grünen. Auf ihn entfielen 40,0 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Stuttgart I. Auf Platz zwei folgt Roderich Kiesewetter, der als CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Aalen-Heidenheim 37,0 Prozent der Stimmen bekam. Auf Rang drei folgt dem vorläufigen Endergebnis zufolge Thorsten Frei von der CDU mit 36,4 Prozent im Wahlkreis Schwarzwald-Baar.

SPD beansprucht Auftrag für Regierungsbildung für sich

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht den Auftrag zur Bildung einer neuen Bundesregierung bei seiner Partei. "Man muss ganz klar sagen: Die SPD liegt auf Platz eins. Wir haben die Wahl gewonnen", sagte Klingbeil am Morgen nach der Bundestagswahl im ARD-Morgenmagazin. Die Union sei der "große Verlierer" des Wahlabends. Aus dem Ergebnis von CDU und CSU leite sich kein Regierungsauftrag ab, so Klingbeil. Die SPD werde in den kommenden Tagen dafür kämpfen, dass "Olaf Scholz Bundeskanzler wird". Man wolle jetzt schnell Gespräche führen.

BW: CDU bekommt nicht mehr alle Direktmandate

Bei der Bundestagswahl hat die CDU in Baden-Württemberg in den 38 Wahlkreisen nicht mehr alle Direktmandate errungen. Sie musste insgesamt fünf Wahlkreise abgeben. Vier gingen an die Grünen - nämlich Stuttgart I, Karlsruhe-Stadt, Heidelberg und Freiburg. Im Wahlkreis Mannheim holte die SPD die meisten Stimmen. Im Wahlkreis Calw unterlag die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken dem CDU-Kandidaten. Sie zieht aber als Spitzenkandidatin der Landes-SPD auch ohne Direktmandat in den Bundestag ein. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble holte als Spitzenkandidat für die CDU in Baden-Württemberg erneut das Direktmandat für seinen Wahlkreis Offenburg.

Baden-Württemberg

Bundestagswahl im Bund und in Baden-Württemberg SPD gewinnt die Bundestagswahl - in Baden-Württemberg CDU stärkste Kraft

Die SPD hat nach Auszählung aller Wahlkreise die Bundestagswahl gewonnen. Knapp dahinter ist die Union, es folgen Grüne und FDP. In Baden-Württemberg bleibt die CDU stärkste Kraft.  mehr...

Bundestag wächst auf 735 Abgeordnete

Der neu gewählte Bundestag wächst, aber nicht so stark wie von Experten vor der Wahl befürchtet. 735 Abgeordnete ziehen in den neuen Bundestag ein, wie der Bundeswahlleiter im vorläufigen Wahlergebnis mitteilt. In der ablaufenden Legislaturperiode hatte das Parlament 709 Abgeordnete. 598 Abgeordnete werden nach den Regelungen des Bundeswahlgesetzes mindestens in den Deutschen Bundestag gewählt. Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten fällt die Zahl der Sitze aber noch deutlich höher aus.

Vorläufiges Endergebnis: SPD wird stärkste Kraft im Bund

Die SPD ist dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge als stärkste Kraft aus der Bundestagswahl hervorgegangen. Sie kommt auf 25,7 Prozent, wie Bundeswahlleiter Georg Thiel am Morgen mitteilte (2017: 20,5 Prozent). CDU/CSU erreichen 24,1 Prozent (2017: 32,9). Die Grünen steigen mit 14,8 Prozent zur Nummer drei auf, gefolgt von der FDP mit 11,5 Prozent. Die AfD verliert Stimmen und erringt 10,3 Prozent (2017: 12,7). Die Linkspartei erhält zwar nur 4,9 Prozent, zieht aber durch den Gewinn von drei Direktmandaten in den 20. Deutschen Bundestag ein. Bei mindestens drei Direktmandaten muss eine Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen, damit sie auch mit Listenkandidaten in den Bundestag einzieht. Bei der Sitzverteilung kommt die SPD demnach auf 206 Sitze. Die Union aus CDU und CSU erhält 196 Sitze, die Grünen 118. Zudem werden die FDP mit 92 Sitzen und die AfD mit 83 Sitzen wieder in den Deutschen Bundestag einziehen. Die Linke erhält 39 Sitze. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) erhält nach einer Sonderregel als Partei nationaler Minderheiten im Sinne des Bundeswahlgesetzes einen Sitz.

Deutsche Wirtschaft warnt vor langwieriger Regierungsbildung

Deutsche Wirtschaftsverbände haben vor einer langwierigen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl gewarnt. Man habe vor vier Jahren nach der Wahl eine beispiellose Hängepartie erlebt, so der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Achim Berg. Taktische Spiele hätten damals wertvolle Zeit gekostet. Das dürfe sich nicht wiederholen. Ähnlich äußert sich Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Eine lange Verhandlungsphase wie 2017 sei das letzte, was Betriebe und Unternehmen gebrauchen könnten. Auch der Chef des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger, fordert klare Perspektiven für Investitionsentscheidungen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland vertrage angesichts schlechter Wirtschaftsdaten keine Koalitionsverhandlungen im Bummelzugtempo.

SPD gewinnt Bundestagswahl vor Union

Die SPD hat die Bundestagswahl nach dem Auszählungsergebnis aller Wahlkreise knapp gewonnen. Erstmals seit mehreren Jahren legte sie wieder zu und kam auf 25,7 Prozent, wie in der Nacht zu Montag auf der Website des Bundeswahlleiters ersichtlich war. Die Union aus CDU und CSU stürzte dagegen nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief. Die Grünen errangen mit 14,8 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte und wurden drittstärkste Kraft. Die FDP verbesserte sich auf 11,5 Prozent. Die AfD rutschte mit 10,3 Prozent vom dritten auf den fünften Rang. Die Linke stürzte auf 4,9 Prozent.

Vorläufiges amtliches Endergebnis für Baden-Württemberg

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis für Baden-Württemberg liegt die CDU in dem Bundesland mit 24,8 Prozent vorne. Das gab die Landeswahlleiterin in der Nacht bekannt. Die SPD folgt mit 21,6 Prozent. Die Grünen erlangen hier Platz drei und bekommen 17,2 Prozent. 15,3 Prozent der Wähler in BW entschieden sich für die FDP, 9,6 für die AfD. Linke bekommen 3,3, die Anderen 8,2. Die Wahlbeteiligung im Land liegt bei 77,8 Prozent und ist damit leicht gesunken im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 (78,3)

Grüne holen Direktmandat in Karlsruhe-Stadt

Zum ersten Mal gewinnen die Grünen das Direktmandat im Wahlkreis Karlsruhe-Stadt. Die 26-jährige Zoe Mayer (Grüne) vertritt Karlsruhe künftig im Bundestag. Der bisherige Karlsruher Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther landet nur auf Platz drei und wird dem Bundestag künftig nicht mehr angehören. SPD-Kandidat Parsa Marvi zieht über die Landesliste ein. Platz vier belegt Michael Theurer (FDP). Auch er zieht als baden-württembergischer Spitzenkandidat der FDP über die Landesliste in den Bundestag ein.

Überall in Südbaden deutliche Verluste für die CDU

Bei der Bundestagswahl hat die CDU in allen südbadischen Wahlkreisen deutliche Verluste eingefahren. SPD, Grüne und FDP dagegen konnten ihre Stimmenanteile erheblich steigern. Ein Minus von teilweise mehr als zehn Prozentpunkten - der Wahltag geriet zu einer schweren Niederlage für die CDU. Dennoch blieb die Partei in fast allen südbadischen Wahlkreisen stärkste Kraft. Ausnahme war Freiburg, wo die Grünen-Politikerin Chantal Kopf dem CDU-Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall das Direktmandat abnahm. Äußerst knapp war die Entscheidung im Wahlkreis Emmendingen-Lahr: 92 Stimmen fehlten Johannes Fechner von der SPD zum Direktmandat, das an Yannick Bury von der CDU ging. Im Wahlkreis Lörrach-Müllheim holte Diana Stöcker zwar das Direktmandat für die CDU, bei den Zweitstimmen aber hatte die SPD dort die Nase vorn. Die FDP gewann in den südbadischen Wahlkreisen ebenfalls Stimmen hinzu, AfD und Linke verloren meist Anteile.

Saskia Esken verpasst erneut Direktmandat in Calw

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken zieht ohne Direktmandat in den Bundestag ein. Die meisten Erststimmen in ihrem Wahlkreis Calw erhielt der CDU-Politiker Klaus Mack (48). Der Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad errang den Angaben des Landkreises Calw zufolge nach Auszählung aller Stimmen 33,8 Prozent in der traditionellen CDU-Hochburg. Saskia Esken kam mit 17,23 Prozent auf den zweiten Platz; sie konnte damit ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl leicht verbessern (2017: 16,9 Prozent). Als Spitzenkandidatin der SPD in Baden-Württemberg zieht sie über die Landesliste dennoch in den Bundestag ein.

Politikwissenschaftler: Ampel am wahrscheinlichsten

Der Karlsruher Politikwissenschaftler Andreas Wüst hält die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP für die wahrscheinlichste Regierungsvariante. "Ich denke, Herr Scholz hat die besseren Chancen eine Koalition der Gewinner zu formen als Laschet, der Verlierer der Wahl", sagte Wüst dem SWR. Sowohl Grüne als auch die FDP hätten mit der SPD langfristig bessere Chancen ihre Inhalte durchzusetzen, so Wüst. "Weil die SPD nicht in der führenden Regierungsposition war, hat man mit der Ampel nun die Chance auf einen echten Neubeginn."

Zu den Gewinnern der Bundestagswahl zählte Wüst neben SPD, Grünen, und FDP auch die AfD. "Die Partei hat vergleichsweise erfolgreich abgeschlossen, wenn man bedenkt, dass viele die Partei für ein Protestphänomen gegen die Flüchtlingspolitik gehalten haben." Der AfD sei es offenbar erneut gelungen, konservative Ex-Wähler der Union für sich zu gewinnen. Großer Verlierer der Wahl sei die Union. Kanzlerkandidat Laschet sei nun schwer angeschlagen, so Wüst. "Wenn es nicht schnell Signale gibt, dass Herr Laschet die Chance hat, eine Jamaika-Koalition zu bilden, ist seine bundespolitische Karriere relativ kurz."

Politikwissenschaftler Andreas Wüst  (Foto: Copyright Andreas Wüst)
Andreas Wüst (52) ist Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule München. Zuvor war er Lehrbeauftragter am Institut für Sozialwissenschaften in Stuttgart und von 2011 bis 2018 als External Fellow am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die empirische Wahl- und Repräsentationsforschung. Andreas Wüst lebt in Karlsruhe und München. Copyright Andreas Wüst

Hochrechnung: CDU verliert fünf Direktmandate in BW

Die Grünen konnten der CDU in Baden-Württemberg bisher drei Direktmandate abnehmen. Das erste ging an die Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Brantner nach Heidelberg. In Freiburg setzte sich Chantal Kopf durch, im Wahlkreis Stuttgart I gewann Cem Özdemir das Direktmandat. In Karlsruhe konnte sich Zoe Mayer klar durchsetzen. In Mannheim holte SPD-Kandidatin Isabel Cademartori die meisten Erststimmen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die CDU noch sämtliche Direktmandate im Land errungen.

Hochrechnung: SPD im Bund knapp zwei Prozentpunkte vor der Union

Bei der Bundestagswahl hat die SPD ihren Vorsprung vor der Union im Lauf des Wahlabends vergrößern können. Dahinter folgen laut Hochrechnung von Infratest dimap Grüne und FDP. In Baden-Württemberg liegt die CDU vorne.

Baden-Württemberg

Bundestagswahl im Bund und in Baden-Württemberg SPD gewinnt die Bundestagswahl - in Baden-Württemberg CDU stärkste Kraft

Die SPD hat nach Auszählung aller Wahlkreise die Bundestagswahl gewonnen. Knapp dahinter ist die Union, es folgen Grüne und FDP. In Baden-Württemberg bleibt die CDU stärkste Kraft.  mehr...

CDU gewinnt Direktmandate in Rhein-Neckar, Odenwald-Tauber und Bruchsal-Schwetzingen

Trotz herber Verluste kann die CDU in Rhein-Neckar und Odenwald-Tauber gewinnen. Im Rhein-Neckar-Kreis hat Moritz Oppelt das Rennen gemacht. Im Wahlkreis Odenwald-Tauber holt Nina Warken das Direktmandat.

Bundestagswahl 2021 CDU gewinnt Direktmandate in Rhein-Neckar, Odenwald-Tauber und Bruchsal-Schwetzingen

Trotz herber Verluste kann die CDU die Wahlkreise Rhein-Neckar und Odenwald-Tauber gewinnen. Im Rhein-Neckar-Kreis hat Moritz Oppelt das Rennen gemacht. Im Wahlkreis Odenwald-Tauber holt Nina Warken das Direktmandat.  mehr...

Einschätzung: "Es wird eine neue Regierungsform in Deutschland geben"

Was bedeutet die Stimmenverteilung für die Politik? Unterm Strich gebe es für die Politikerinnen und Politiker keine Möglichkeit, weiter zu machen wie bisher. Sie seien gezwungen, neue Ideen einzubringen. So schätzt SWR-Hauptstadtkorrespondentin Dagmar Seitzer die Wahl zusammenfassend ein:

Video herunterladen (5,5 MB | MP4)

Hochrechnung 23:21 Uhr

Nach der aktuellen Hochrechnung von 23:21 Uhr von Infratest dimap kommt die CDU auf 24,1 Prozent und liegt damit 1,7 Prozent hinter der SPD (25,8 Prozent). Die AfD kommt auf 10,5 Prozent, die FDP auf 11,5 Prozent und Linke auf 4,9 Prozent. Den dritten Platz hinter SPD und CDU belegen die Grünen mit 14,6 Prozent. Die anderen Parteien kommen auf insgesamt 8,6 Prozent der Stimmen.

Weidel: "Wir haben ein grundsolides Ergebnis eingefahren"

Über das laut Hochrechnungen zweistellige Ergebnis sei ihre Partei sehr zufrieden, sagt AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel aus dem Wahlkreis Bodensee. Sie sei nach wie vor der Meinung, dass die AfD die einzige Opposition im Bundestag sei.

Video herunterladen (12,4 MB | MP4)

Duell der Bundesminister: Maas schlägt Altmaier in Saarlouis

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat das Duell gegen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) um das Direktmandat im Wahlkreis Saarlouis gewonnen. Maas kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 36,7 Prozent der Stimmen, Altmaier auf 28,0, wie die Landeswahlleiterin am Sonntagabend mitteilte. Es war das bundesweit einzige Duell zweier Bundesminister um ein Direktmandat für den Bundestag.

Schlechtestes bundesweites CSU-Ergebnis aller Zeiten

Noch nie hat die CSU deutschlandweit so schlecht bei einer Bundestagswahl abgeschnitten wie diesmal. Nach der Infratest dimap Hochrechnung gegen 22:00 Uhr kam die Partei des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder auf lediglich 5,1 Prozent. Das wäre gut ein Prozentpunkt weniger als 2017 (6,2 Prozent). Das bislang schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl holte die CSU 1949 mit 5,8 Prozent, das beste 1976 unter Parteichef Franz Josef Strauß mit 10,6 Prozent.

BW-Politiker reagieren auf Wahlabend

Der Kampf ums Kanzleramt geht weiter: Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) haben bereits betont, dass sie Kanzler werden und Gespräche mit den anderen Parteien führen wollen. Auch die Politikerinnen und Politiker aus Baden-Württemberg haben sich zu der Wahl geäußert:

Video herunterladen (7,8 MB | MP4)

Mayer-Lay (CDU) gewinnt Wahlkreis Bodensee

Im Wahlkreis Bodensee wird Volker Mayer-Lay (CDU) neuer direkt gewählter Bundestagsabgeordneter. Er erreichte mit 30,21 Prozent die meisten Stimmen im Wahlkreis. Leon Hahn (SPD) kommt auf 21,15 Prozent und Maria Heubuch (Grüne) auf 17,35 Prozent, Christian Steffen-Stiehl (FDP) auf 12,25 Prozent und Alice Weidel (AfD) auf 8,96 Prozent. Auch bei den Zweitstimmen führt die CDU im Wahlkreis Bodensee trotz starker Verluste mit 26,52 Prozent (-10,49 Prozentpunkte). Danach folgen SPD mit 19,89 Prozent, Grüne mit 17,63 Prozent, FDP mit 15,85 Prozent und die AfD mit 8,46 Prozent.

Wie hat mein Ort gewählt?

Die ersten Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ausgezählt. Die Ergebnisse finden Sie im Wahlergebnisportal:

Alle Ergebnisse und Analysen SWR Wahlergebnisportal zur Bundestagswahl 2021 in Baden-Württemberg

Aktuelle Ergebnisse und Analysen für die Bundestagswahl 2021 in Baden-Württemberg am Wahlsonntag ab 18:00 Uhr im SWR Wahlergebnisportal.  mehr...

Zollernalb-Sigmaringen: Kretschmann-Sohn verpasst Direktmandat

Johannes Kretschmann, der Sohn des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, hat im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen klar verloren. Mit 16,9 Prozent der Erststimmen landete der 43-jährige Grünen-Politiker laut vorläufigem Ergebnis klar hinter dem CDU-Kandidaten Thomas Bareiß mit 30,1 Prozent, wie das Landratsamt Sigmaringen mitteilte. Damit konnte sich der Fraktionsvorsitzende der Sigmaringer Kreis-Grünen nicht gegen den bisherigen Direktkandidaten Bareiß durchsetzen.

STAND
AUTOR/IN