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Wachstumsmarkt Carsharing Auto teilen wollen immer mehr

Immer mehr Menschen wollen einfach mobil sein, dafür aber kein Auto besitzen müssen, sondern sich lieber eines teilen - sechs Millionen weltweit. Bald sollen es etwa sieben Mal mehr sein.

Knapp sechs Millionen Menschen weltweit nutzen im Moment Carsharing, eine Million davon in Deutschland. In den nächsten fünf Jahren werde sich die Zahl der Carsharer versiebenfachen, sagt die Boston Consulting Group.

Gespräch mit Eva Laun, SWR Wirtschaft und Soziales

Große Spieler wie Opel, Daimler oder BMW sind bereits beim Carsharing dabei. Was sagt das über das Potential dieser Art der Fortbewegung aus?

Aufschrift „Carsharing“ auf einer Heckscheibe

Autobauer wollen auch bei Auto teilen verdienen

Sie wollen einfach den Fuß in der Tür haben, nach dem Motto: Egal, wie ihr unterwegs seid in der Welt, Hauptsache wir verdienen daran. Die Automobilhersteller sind sogar ein Grund für den Carsharing-Boom, den wir erleben. Da verändert sich sehr viel.

Die Menschen heute kaufen nicht mehr ein Auto, um ein Auto zu haben, sondern man will unterwegs sein - entsprechend machen die Konzerne Mobilitätskonzepte. Daimler hat zum Beispiel den Carsharing-Dienst Car2Go. Damit ist das Unternehmen der größte Anbieter in Deutschland - und verfügt darüber hinaus noch über die eigene App moovel.

Carsharing ist ein Zukunftsmarkt. Nachdem Daimler und BMW bereits Autos zum Teilen anbieten, will auch der US-amerikanische Konzern General Motors in Deutschland mitmischen. Seine "Maven"-Flotte soll unter anderem in Berlin und Frankfurt fahren.

Den Autoverkauf wird diese Entwicklung relativ wenig beeinflussen, sagen auch die Autoren der Studie von Boston Consulting. Nur 1,3 Prozent der potentiellen Käufer werden darauf verzichten, ein Auto zu kaufen in den nächsten sechs Jahren. Also muss man sich nicht so viele Sorgen machen um den Auto-Absatz.


Macht sich Carsharing schon bemerkbar? Werden die Straßen bereits entlastet?

Fahrradfahrer im Verkehr

Schneller mit dem Fahrrad: Verkehrskollaps in den Großstädten

Es geht eher darum, den wachsenden Verkehr überhaupt zu bewältigen - und nicht einfach nur noch mehr Auto zu fahren oder mit dem Auto im Stau zu stehen. In deutschen Städten sieht man das: Der ÖPNV gewinnt an Kunden, Fahrradfahren ist wieder hip und trendig, aber trotzdem nimmt der Autoverkehr nicht ab.

Wir sind mehr unterwegs und werden dabei auch kreativer: Wie kommen wir schnell und günstig von A nach B. Baden-Württemberg ist hier übrigens Vorreiter beim Carsharing: In Karlsruhe und Stuttgart fahren die meisten Carsharing-Autos pro Einwohner. Auch Freiburg, Tübingen und Heidelberg sind ganz weit vorne in Deutschland.

Carsharing funktioniert in den Städten. Wird es auch auf dem Land zur Alternative?

Mann geht auf ein Auto mit den Aufdruck Carsharing zu

Carsharing mit Stadtmobil

Diese sogenannten dynamischen Angebote ohne feste Mietstation - dazu gehören Car2go und DriveNow - funktionieren nur in der Stadt. Sie leben davon, dass man nur zwei, drei Straßen weiterlaufen muss.

Aber klassisches Carsharing - etwa von Cambio oder Stadtmobil - drückt immer stärker in die Fläche. Inzwischen sind rund 500 Städte und Gemeinden angeschlossen. Das zeigt den Erfolg.

Auch das neue Angebot von Flinkster, dem Carsharing-Dienst der Bahn, ist erfolgreich - wo man zum ICE-Ticket zusätzlich gleich ein Auto dazu buchen kann. Wer kreative Ideen hat, wird einen Markt finden.




Das Gespräch führte SWR Moderator Stefan Hoyer

Online: Heidi Keller, Christine Scherer, Heidemarie Martin