Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Vier-Tage-Woche für Arbeitnehmer

Meinung: Deutschland, ein Ponyhof

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Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Die Vier-Tage-Woche ist für viele in Deutschland nur eine Frage der Zeit, meint Martin Rupps. Die Work-Life-Balance geht hin zu immer weniger Work und immer mehr Life.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen wünscht sich die Vier-Tage-Woche. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Bei der DB Cargo mit Sitz in Mainz können Ältere schon heute vier statt fünf Tage arbeiten. Für die Ludwigshafener BASF ist die Vier-Tage-Woche „gegenwärtig keine Option“.

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Die Vier-Tage-Woche macht einen Arbeitsplatz in Deutschland teurer. Die höhere Effizienz der Arbeit wiegt die kürzere Dauer nicht immer auf. Viele Arbeitende werden meiner Ansicht nach weniger tun für gleiches Geld. Das Modell vertieft auch die Ungerechtigkeit gegenüber den vielen Frauen und Männern, die von einer Vier-Tage-Woche nur träumen können.

Trend in Industriegesellschaften

Trotzdem, so meine Erwartung, ist die Vier-Tage-Woche für viele nur eine Frage der Zeit. Sie entspricht dem Wertewandel in modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften, in denen nicht mehr wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, sondern eine Work-Life-Balance - mit immer weniger Work und immer mehr Life - ganz oben steht. Das hilft Eltern, ihren Rollen gerechter zu werden. Aber das beschenkt auch die Faulen, für die das Leben ein Ponyhof ist.

Vielleicht werde ich sogar noch eine Drei-Tage-Woche erleben. Deutschland, mein Ponyland!

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