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Vergleich: E-Auto oder Benziner Rechnet sich ein Elektroauto?

4.000 Euro Prämie gibt es für den Kauf eines Elektroautos von der Bundesregierung. Das soll den recht hohen Preis abmildern und mehr Menschen zum Umstieg bewegen. Ist ein E-Auto dadurch wirtschaftlicher?

E-Autos an E-Zapfsäulen

Das Ziel der Bundesregierung rückt immer weiter weg: Viele E-Autos an vielen E-Zapfsäulen

Ab sofort sollen Käufer von batteriebetriebenen Autos einen Zuschuss von 4.000 Euro bekommen. Für Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor beträgt die Prämie 3.000 Euro. Außerdem werden reine E-Autos rückwirkend zum 1. Januar für zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit.

Insgesamt werden für das Programm 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt, die je zur Hälfte vom Staat und von der Autoindustrie getragen werden. Ist die Summe ausgeschöpft, besteht kein Anspruch mehr auf Förderung. Der Kaufanreiz gilt für Elektrofahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis bis 60.000 Euro, die privat oder von Unternehmen gekauft werden. Die Förderungen sollen maximal bis 2019 laufen.

Wie wirtschaftlich ist ein E-Auto im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor?

Eine Beispielrechnung von Tamara Land, SWR Wirtschaft und Soziales

Im Duell treten an: Der Nissan Leaf - das weltweit am häufigsten verkaufte Elektroauto

Nissan Leaf

Der Nissan Leaf ist der Marktführer bei Elektroautos - hat fünf Türen und 109 PS.

Der Herausforderer: Der Nissan Pulsar - ein Benziner

Nissan Pulsar

Mit Verbrennungsmotor - der Nissan Pulsar hat 115 PS und ebenfalls fünf Türen.

Der ADAC hat die beiden Modelle verglichen: Welche Kosten fallen an, wenn man das Auto vier Jahre lang hält und jährlich 15.000 km fährt?

Der Anschaffungspreis

Elektroautos stehen im Ruf, vergleichsweise teuer zu sein - da ist auch der Nissan Leaf Acenta keine Ausnahme. Die Preisempfehlung des Herstellers liegt bei etwas unter 32.400 Euro. Minus 4.000 Euro Kaufprämie macht immer noch 28.400 Euro. Der Benziner Nissan Pulsar ist für knapp 22.300 Euro zu haben - also gut 6.000 Euro billiger, trotz Kaufprämie!

Die Betriebskosten

Geldscheine von Versicherung

Das E-Auto kostet zehn Jahre keine Kfz-Steuer

Die Betriebskosten sind, auf vier Jahre gerechnet, schwierig zu ermitteln, schließlich kann heute keiner sagen, wie teuer Sprit und Strom im Jahr 2020 sein werden. Der ADAC hat mit einem Durchschnittspreis von 1,30 Euro pro Liter Super und einem Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde gerechnet. Unter diesen Bedingungen ist das E-Auto günstiger: Man spart gut 30 Euro im Monat.

Die Fixkosten

Zu den Fixkosten zählen Steuern und Versicherung. Bei der KFZ-Steuer ist das Elektro-Auto unschlagbar günstig, denn für die ersten fünf Jahre muss man gar keine Steuern zahlen.

Der Benziner ist allerdings auch nicht teuer: Pro Monat sechs Euro KFZ-Steurer - und die Vollkasko-Versicherung ist günstiger als bei der E-Variante. Dadurch wird der Steuervorteil aufgefressen - unterm Strich kostet das Elektroauto im Monat fünf Euro mehr als der Benziner.

Die Werkstattkosten

Kabel in einem Elektroauto

Das Innenleben eines Elektroautos

Zündkerzen erneuern, Öl wechseln, Luftfilter austauschen - das alles ist bei einem Elektroauto nicht nötig. Dementsprechend kann der Nissan Leaf hier wieder aufholen. Laut ADAC spart man auf den Monat gerechnet fast zehn Euro in der Werkstatt.

Der Wertverlust

Angenommen, die vier Jahre sind vorbei, man will das Auto wieder verkaufen. Aber zu welchem Preis? Für Elektroautos gibt es wenig Erfahrungswerte, denn es sind schlichtweg nicht genug gebrauchte E-Autos auf dem Markt. Der ADAC schätzt den Wertverlust bei E-Autos grundsätzlich höher ein als bei Benzinern. Ein dicker Minus-Punkt also für den Nissan Leaf.

Zudem wird die heutige E-Auto-Technik in wenigen Jahren vermutlich veraltet, die Batterien besser und die Reichweite größer sein. Dann dürfte es schwer werden, einen Käufer für ein E-Auto auf dem Stand der Technik von 2016 zu finden.

Das Ergebnis: Der Sieger ist...

Wagen des ADAC

Der ADAC hat ein Urteil gefällt

Rechnet man den Kaufpreis, die laufenden Kosten und den Wertverlust zusammen, dann ist der Benziner Nissan Pulsar der klare Gewinner. Er kostet auf den Kilometer bezogen gut 45 Cent - das Elektroauto Nissan Leaf ist gut sieben Cent teurer.

Der Nissan ist keine Ausnahme: Insgesamt hat der ADAC zwölf Elektro-Modelle untersucht - nur zwei davon waren günstiger als der vergleichbare Benziner.

Online: Heidi Keller, Elke Harter