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Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen - Kriminelle und organisierte Banden nutzen nach Einschätzung von Europol die Corona-Krise. Sie hätten ihre Methoden schnell angepasst.

Sie machen mit der Angst der Menschen schmutzige Geschäfte, verkaufen gefälschte Medikamente, erpressen Krankenhäuser mit Cyberattacken oder geben sich an der Haustür als Mediziner aus, um dann die Wohnung auszurauben. Laut einem Bericht der europäischen Polizeibehörde Europol mit Sitz in Den Haag hat die Kriminalität im Zuge der Corona-Krise deutlich zugenommen.

Die Verbrecher machen sich dabei die hohe Nachfrage nach bestimmten Produkten wie Atemmasken, Desinfektionsmitteln oder Medikamenten zunutze. Dass die Menschen zur Zeit weniger mobil sind und viel zu Hause sein müssen, spielt ihnen dabei in die Hände.

Schutzmasken im Wert von Millionen, die nie ankommen

Die Betrüger nehmen vor allem die Älteren ins Visier. Aber auch Unternehmen werden zum Opfer. Als Beispiel nennt Europol eine Firma, die im Internet Schutzmasken für ihre Mitarbeiter im Wert von fast sieben Millionen Euro bestellt hatte. Die Masken wurden nie geliefert, das Geld war weg.

In Tschechien musste gerade ein Krankenhaus nach einem Cyberangriff Operationen verschieben und neue Patienten in andere Kliniken schicken, weil das gesamte IT-System des Hospitals lahmgelegt war.

Handel mit nachgemachten Arzneimitteln

Auch der Handel mit nachgemachten Arzneimitteln und medizinischer Schutzausrüstung floriert. Bei einer weltweiten Razzia in 90 Ländern wurden Anfang des Monats 37 kriminelle Organisationen zerschlagen, 121 Verdächtige festgenommen und potenziell gefährliche Produkte im Wert von 13 Millionen Euro beschlagnahmt. Außerdem nahmen die Sicherheitsbehörden zweieinhalbtausend betrügerische Internet-Links vom Netz.

Europol-Direktorin Catherine De Bolle bezeichnet die kriminellen Machenschaften als absolut unakzeptabel – und als echte Bedrohung für das Leben der Menschen. Viele würden sich im Kampf gegen die Epidemie engagieren und den Opfern helfen. Gleichzeitig aber gebe es Verbrecher, die von der Krise profitieren wollten.

Laut EU-Innenkommissarin Ylva Johansson verstärkt die Europäische Union ihren Einsatz, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte erst Anfang der Woche vor Internet-Betrügern und angeblichen Wundermitteln gegen das Corona-Virus gewarnt.

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