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Ver.di gegen die Post Nikolaus ohne Pakete?

In 31 der bundesweit 33 Paketzentren hielt Ver.di Betriebsversammlungen ab, um gegen zu viele befristete Arbeitsverträge zu protestieren. Nikolaus- und Weihnachtspakete verspäten sich.

Ein Paket wird zugestellt

Viele Pakete werden nicht rechtzeitig zu Nikolaus ausgeliefert

Mit den Betriebsversammlungen am Freitagabend protestiert die Gewerkschaft dagegen, dass von den 131.000 Beschäftigten im Brief- und Paketbereich derzeit rund 24.000 nur einen befristeten Vertrag hätten, das entspreche einem Anteil von 18 Prozent.

Zu viele Zeitverträge

In den Paketzentren der Deutschen Post in Rheinland-Pfalz in Saulheim, Neuwied und Speyer müssten gar bis zu 40 Prozent der Mitarbeiter Zeitverträge akzeptieren - in Baden-Württemberg sind es rund 30 Prozent. Manche Mitarbeiter unterschrieben 40 bis 50 Kettenverträge hintereinander. Das sei Gängelung und skandalös, so Ver.di. Die wochenlangen Proteste der Postler münden auch in Baden-Württemberg und im Saarland in Betriebsversammlungen.

Die Paketzentren in und für Baden-Württemberg befinden sich in Lahr, Köngen bei Esslingen, Eutingen im Landkreis Freudenstadt und Bruchsal sowie in Günzburg in Bayern, von wo aus der Ulmer Raum, Oberschwaben, das Allgäu und der Bodenseeraum versorgt werden. Die Gewerkschaft Ver.di hat sich den Tag vor Nikolaus für diese bundesweiten Aktionen ausgesucht, schließlich will man Druck auf die Post ausüben.

Paketdienst wächst durch Online-Handel

Nikolaus zieht einen Schlitter auf dem Pakete liegen

Einkaufen im Internet - Konkurrenz für Nikolaus und Weihnachtsmann

Ver.di wirft dem weltweit tätigen Dax-Konzern Deutsche Post AG mit einem Jahresumsatz von 55 Milliarden Euro vor, zugunsten von Umsatz, Gewinn und Dividende für die Aktionäre - Geld bei den Beschäftigten einzusparen. Daneben prangert Ver.di aber auch an, dass das entsprechende Gesetz, das Teilzeit- und Befristungsgesetz, solche Auswüchse erlaubt.

Wegen des zunehmenden Online-Handels wachse der Paketdienst, aber die Post baue Beschäftigung praktisch ausschließlich über befristete und damit prekäre Arbeitsverhältnisse auf, so die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Arbeit sei genug da, es gebe keinen Grund, den Menschen einen unbefristeten Arbeitsplatz vorzuenthalten. Seit Wochen protestiert die Gewerkschaft mit Mahnwachen gegen die Befristungspolitik der Post. Streiken darf man übrigens noch nicht, denn noch besteht Friedenspflicht.

Paketauslieferung verzögert sich

Zum Nikolaustag am Samstag rechnet die Gewerkschaft mit erheblichen Beeinträchtigungen bei der Paketzustellung. Die Post selbst räumte ein, dass man Verzögerungen an einzelnen Standorten nicht ausschließen könne.

Online: Heidi Keller

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