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Wenigstens für einen Tag im Jahr, am Vatertag, wünscht sich Martin Rupps die Pandemie zurück. Sie vereitelt den Männern die alljährliche Druckbetankung.

Wollte mich eine Hexe in einen Feiertag verwandeln und hätte ich die Wahl, dürfte es nicht Christi Himmelfahrt sein.

Am Vatertag ist Gott auf "Adam" noch weniger stolz als sonst (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael)
Am Vatertag ist Gott auf "Adam" noch weniger stolz als sonst picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael

Zwar spricht für Christi Himmelfahrt, dass seine Bedeutung im Namen steckt. Auch wer nicht bibelfest ist, kann auf die Frage: "Was geschah an Christi Himmelfahrt?" zutreffend antworten: "Da fuhr Christus zum Himmel." Bei Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten wird das schon schwieriger.

Gegen Christi Himmelfahrt spricht, was das frühere Volk Gottes aus diesem Feiertag gemacht hat. Ich finde es okay, ein Mann zu sein, aber wie sich viele Männer am "Vatertag" aufführen, geht gar nicht. Kurz nach zehn Uhr morgens putzen sie im Musik- oder Schützenverein die ersten Bierkrüge weg. Oder ziehen auf öffentlichen Verkehrsflächen (sogar Radwegen!) Bierkutschen hinter sich her. Wer mittags um Zwölf noch stehen kann, hat etwas falsch gemacht.

Winterreifenpflicht für Bierkutschen

Ich gönne meinen Geschlechtsgenossen jedes Vergnügen, so lange niemand sonst zu Schaden kommt. Ich möchte kein Moralapostel und kein Spielverderber sein. Aber dass Männer sich einmal im Jahr sozial akzeptiert die Kanne geben, will mir nicht in den Kopf. Hätte ich politisch etwas zu sagen, würde ich Christi Himmelfahrt durch einen anderen Feiertag ersetzen. Einem im Januar, mit Winterreifenpflicht für Bierkutschen.

Diesmal fällt der öffentliche Tankvorgang aus bekannten Gründen aus. Ich wünsche mir, dass die Welt vollständig Corona-frei wird, außer an einem Tag des Jahres - dem Tag, an dem sich Gott für seinen "Adam" noch mehr schämt als sonst.

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