Zahlreiche Teilnehmer einer Demonstration gegen Antisemitismus stehen auf dem Bebelplatz. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Nach dem Anschlag von Halle #unteilbar - Demo in Berlin: Ein Zeichen gegen Rechts setzen

AUTOR/IN

Nach dem Terroranschlag von Halle haben in Berlin Tausende Menschen gegen Rechts demonstriert, um Solidarität mit den Opfern zu zeigen. Auch in Halle selbst gab es eine Kundgebung.

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin gegen Antisemitismus und rechte Gewalt demonstriert. Nach einer Kundgebung am Bebelplatz und einer Schweigeminute zog der Protestzug in Richtung der Neuen Synagoge in Mitte.

Bischof Dröge: "Nie wieder" rufen reicht nicht

Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer am Bebelplatz auf 6.000, die Veranstalter der Initiative "#unteilbar" sprachen von 13.000 Demonstranten beim Protestzug. Es solle ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt werden, so die Initiative.

Unter den Teilnehmern in Berlin war auch der Berliner Bischof Markus Dröge. Er forderte härtere Schritte gegen Rechts. Es reiche nicht, "nie wieder" zu rufen: "Der Verfassungsschutz und die Sicherheitskräfte müssen wesentlich konsequenter gegen rechte Netzwerke und rechtspopulistische Funktionäre vorgehen, die erwiesenermaßen verfassungsfeindliche Thesen verbreiten."

Yehuda Teichtal (li.), Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, und Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)
Yehuda Teichtal (li.), Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, und Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin. picture alliance/dpa

Kundgebung in Halle

Auch in Halle selbst gab eine Kundgebung. Nach Angaben des Veranstalters nahmen rund 2.000 Menschen teil. Zu den Organisatoren gehörten die Betreiber des Dönerimbisses, in dem bei dem Attentat am Mittwoch ein 20-Jähriger Mann erschossen wurde.

Zuvor hatte der rechtsextreme Stefan B. (27) versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Nachdem dieser Versuch gescheitert war, tötete er eine 40 Jahre alte Frau und dann den jungen Mann.

Härteres Vorgehen gegen Rechts gefordert

Im Zusammenhang mit dem Angriff fordern viele Politiker ein härteres Vorgehen gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach sich dafür aus, antisemitische Straftaten mit aller Konsequenz zu bestrafen.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, man müsse nun erkennen: Rechtsradikalismus und die AfD als "politischer Arm des Rechtsradikalismus" seien ein wirkliches Problem in Deutschland.

AUTOR/IN
STAND