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Weniger als die Hälfte der möglichen Corona-Tests werden zurzeit tatsächlich durchgeführt. Dabei sind die Tests elementar wichtig, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist es gegenwärtig notwendig, so viel wie möglich zu testen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen und Infizierte zuverlässig isolieren zu können. Jetzt hat auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, die Strategie auszuweiten:

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Seit drei Wochen bleibt die Anzahl der durchgeführten Tests auf einem ähnlichen Niveau, während gleichzeitig die Kapazitäten ausgebaut werden. Wurden in Kalenderwoche 15 noch über die Hälfte der Kapazitäten genutzt, waren es eine Woche später nur noch 40%.

RKI lockert Vorraussetzungen für Coronavirustests

Am Freitag erklärte der Vizepräsident des RKI in einer Pressekonferenz, dass ab sofort die offiziellen Kriterien gelockert seien und die Ärzte auch selbst entscheiden dürfen, welche Patienten sie zu einem Rachenabstichtest schicken. Jetzt können auch Patienten getestet werden, die Symptome einer Atemwegserkrankung wie Husten aufweisen. Das bedeutet aber auch mehr Verantwortung für die Hausärzte: sie können freier entscheiden können, wann bei einem Patienten ein sogenannter SARS-CoV-2-Labortest durchgeführt wird und damit dazu beitragen, dass bislang unerkannte Fälle entdeckt werden. Bisher hatte das Robert Koch-Institut einen Test nur vorgesehen, wenn neben Symptomen auch andere Kriterien vorlagen (wie Kontakt zu einem Infizierten oder Risiko durch Vorerkrankungen).

Diese Strategie verfolgt das RKI bei den Tests

Professor Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, erklärte in der Pressekonferenz am Dienstag, wo das RKI den Fokus der Tests für sinnvoll hält.

  • Die Testkriterien sollen nach und nach weiter geöffnet werden, damit immer großzügiger bei Ärzten und in Krankenhäusern möglichst früh und schnell Menschen mit Symptomen getestet werden können.
  • Bei Infizierten Personen möglichst schnell ihre Kontakte nachverfolgen und gezielt Kontakte isolieren.
  • In Bereichen, in denen viele Menschen der Risikogruppe leben, lieber zu viel testen als zu wenig.
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Auch Menschen ohne Symptome sollten getestet werden

Um die Ausbreitung von Corona effektiv einzudämmen, müssten aber mehr Personen getestet werden, erklärt Professor Bodo Plachter von der Universität Mainz. Ein Infizierter habe oft gar keine Symptome oder erst, nachdem sie schon weitere Personen infiziert hat. Für den Virologen geht es auch darum, eine unbemerkte Ausbreitung verhindern zu können: "Wenn jemand positiv getestet wurde, dann muss geschaut werden, mit wem hatte er Kontakt? Und diejenigen müssen dann auch getestet werden."

Die Corona-Lenkungsgruppe der baden-württembergischen Regierung hat am Wochenende eine starke Ausweitung der Tests angekündigt. So sollen künftig auch Menschen getestet werden, die in engem Kontakt zu Infizierten stehen, die in medizinischen oder Pflegeeinrichtungen arbeiten oder in deren Umfeld es eine Häufung von Erkrankungen gibt, auch wenn sie selbst symptomlos sind. Auf SWR-Nachfrage bestätigten vereinzelte Bundesländer, die Tests ebenfalls ausweiten zu wollen. Die meisten Bundesländer erklärten, sie würden sich an die Test-Vorgaben des RKI halten. Auch auf Bundesebene wird über eine Ausweitung der Tests diskutiert. Das Bundesgesundheitsministerium kündigte an, weiter gefasste Tests zu ermöglichen. Dies soll auch in einem neuen Gesetz verankert werden. Im bisherigen Entwurf ist vorgesehen, dass Krankenkassen dazu verpflichtet werden, Coronatests grundsätzlich zu bezahlen. Warum Tests so wichtig sind, hat vergangene Woche auch Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung betont:

Was müsste sich ändern?

Durch die Lockerungen der Testkriterien durch das Robert Koch-Institut müssten nun klare neue Testkriterien kommunizieren werden. Die Strategie in Deutschland ist es, die Infiziertenzahlen soweit zu senken, dass man Infizierte direkt isolieren und die einzelnen Infektionsketten wieder nachverfolgen kann. Bisher werden aber viele Infizierte noch nicht identifiziert. Viele Tests werden nicht durchgeführt, weil der Kriterienkatalog des RKI vorsieht lediglich Patienten mit Symptomen einen Test zu unterziehen. Dadurch werden zum Beispiel Kontaktpatienten, die keine Symptome haben, nicht zwangsläufig getestet. Anders sieht das mit den Tests bei Patienten mit Atemwegserkrankung aus. Diese können nun durchgeführt werden, solange die Kapazitäten vorhanden sind. Außerdem hat die Corona-Lenkungsgruppe der baden-württembergischen Regierung eine starke Ausweitung der Tests angekündigt.

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