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Vor Weihnachten wird eingekauft und kurz nach Weihnachten wieder umgetauscht. So geht es jedes Jahr. Doch was, wenn die Geschäfte dieses Jahr wegen Lockdown geschlossen sind?

Auch das Geschäft nach Weihnachten wird dieses Jahr ein Besonderes, denn wie kann ich Geschenke umtauschen, wenn die Geschäfte zu sind und was ist mit den Fristen zum Umtausch? Bernd Wolf aus der SWR-Rechtsredaktion klärt die wichtigsten rechtlichen Fragen zum Umtauschrecht in diesem Jahr.

Was wird aus meinem Umtauschrecht, aus meiner Garantie, wenn ein Weihnachtsgeschenk defekt ist oder mir nicht gefällt, die Filiale aber wegen eines Lockdowns mehrere Wochen geschlossen hat?

Erstmal ist zu unterscheiden: Ist es ein Fall der Garantie oder liegt ein Sachmangel vor? Zur Garantie: Die Kundin oder der Kunde hat sich also beispielsweise in der Blusen-Größe vertan, oder die Kamera gefällt doch nicht und deswegen will sie beziehungsweise er sie zurückgeben. Dann ist der Händler nicht verpflichtet, sie zurückzunehmen; es ist eine freiwillige Leistung, Kulanz - und deswegen könnte er auch sagen: Nein, jetzt im Shutdown nehme ich die Ware nicht zurück, mein Laden bleibt zu. Und vielleicht nehme ich sie auch gar nicht zurück, weil ich nach dem Shutdown pleite bin. Erfreulicherweise sind die meisten Händler aber auch jetzt so kulant, wie sie es im Frühjahr waren, das bestätigen die Verbraucherzentralen.

Und das muss ich hinnehmen?

Eine Möglichkeit gibt es schon: Sich beim Kauf schriftlich zusichern lassen, dass der Händler zu seiner üblichen Garantie steht, zum Beispiel auf der Rückseite des Kassenbons. Dann wird die Garantie Bestandteil des Vertrages. Dann muss er umtauschen beziehungsweise zurücknehmen.

Was ist, wenn der Artikel kaputt ist? Gilt da was anderes?

Dann handelt es sich um eine Gewährleistung, die ist gesetzlich vorgeschrieben; also wenn der Bohrhammer nicht funktioniert oder die Handtasche hat ein Loch, dann muss der Händler Abhilfe schaffen, also reparieren, umtauschen oder zurücknehmen. Bis zu zwei Jahren hat die Kundin oder der Kunde ein Reklamationsrecht. Wir haben jetzt dreieinhalb Wochen Shutdown, um diese Zeit verlängert sich das Rückgaberecht im Laden.

Wie ist es beim Einkauf im Online-Shop?

Es gilt wie bisher das 14-tägige Widerrufsrecht, ohne Angabe von Gründen. Am besten per Mail, Fax oder Brief widerrufen. Dann die Ware an den Verkäufer zurücksenden. Oft reicht das schon. Der Händler muss das Geld innerhalb von 14 Tagen zurückerstatten. Viele bieten aus Kulanz auch verlängerte Rückgabefristen für den Online-Einkauf an. Am besten vor dem Kauf über eine möglicherweise verlängerte Rückgabefrist im Online-Shop informieren.

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