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Trinkwasserqualität bei Hitze Wasser trinken aus dem Hahn

Viel trinken! Diesen Rat hört man an heißen, schweißtreibenden Tagen immer wieder. Doch nicht jeder hat Lust, Wasserkästen nach Hause zu schleppen. Macht aber nichts, schließlich kommt ja auch aus dem Wasserhahn sauberes und reines Wasser - zumindest wird das immer wieder behauptet. Aber stimmt es auch wirklich?

Ein Beitrag von Dominik Bartoschek, SWR-Umweltredaktion

Note: Sehr gut! Diese Zensur vergab das Umweltbundesamt Anfang des Jahres für das deutsche Trinkwasser. Eine Bewertung, in die Analyse-Ergebnisse von Wasserproben aller deutschen Wasserversorger einfließen. Die sind zu regelmäßigen Proben verpflichtet, je nach Wasserabgabemenge sogar mehrmals täglich. So kommen allein in Baden-Württemberg mehr als 200.000 Einzelanalysen von Trinkwasser pro Jahr zusammen. Und fast immer haben sie zum Ergebnis: Das Wasser aus der Leitung ist sicher. Wird doch mal ein Grenzwert überschritten, dann wird das wegen der vielen Proben in der Regel schnell erkannt. Trotzdem machen sich viele Verbraucher Sorgen.

Ist unser Wasser zunehmend mit Nitrat belastet – stimmt das?

Kläranlagen könnten schon bald Medikamentenreste aus dem Wasser filtern

Kläranlagen könnten schon bald Medikamentenreste aus dem Wasser filtern

Tatsächlich steigt die Nitratbelastung des Grundwassers. Das gilt aber nicht für unser Leitungswasser. Denn wird der Nitrat-Grenzwert im Grundwasser überschritten, dann mischt der Wasserversorger das belastete Wasser so lange mit unbelastetem, bis der Grenzwert wieder unterschritten ist.

Das Umweltbundesamt beobachtet deshalb, dass bundesweit der Nitratgehalt des Trinkwassers zuletzt sogar zurückgegangen ist. Keine Gefahr also für die Verbraucher. Allerdings nur, solange immer genug unbelastetes Grundwasser zur Verfügung steht.

Was ist mit Medikamenten-Rückständen im Trinkwasser?

Spuren von Medikamenten lassen sich im Trinkwasser immer häufiger nachweisen. Das Umweltbundesamt sieht allerdings - auf Grund der äußerst geringen Konzentration - derzeit noch keine Gesundheitsgefahr. Klar ist aber: Damit das so bleibt, müssen Kläranlagen künftig mit speziellen Filtern ausgerüstet werden, die Medikamentenrückstände zurückhalten können.

Warum ist Trinkwasser immer wieder gechlort?

In der Regel ist unser Trinkwasser frei von krankmachenden Keimen. Gibt es aber zum Beispiel einen Starkregen oder Hochwasser, kann schmutziges Wasser das Trinkwasser verunreinigen und mit Keimen belasten. Dann setzen die Wasserversorger Chlor zur Desinfektion ein.

Dadurch können eventuell krebserregende Nebenprodukte entstehen. Da die Chlorung aber meist nur kurz eingesetzt wird, gilt sie auf jeden Fall als die gesündere Alternative zu den Keimen im Wasser - denn die machen auf jeden Fall krank.

Was sollte ich beachten, wenn ich Wasser aus der Leitung trinke?

Experten empfehlen, immer nur frisches Leitungswasser zu trinken. Denn wenn das Wasser länger als vier Stunden in der Leitung steht, können Keime entstehen. Deshalb den Hahn voll aufdrehen, das Wasser laufen lassen, bis es kühl aus der Leitung kommt, und erst dann trinken.

Online: Dimi Triantafillu