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Tragischer Wanderunfall Wie gefährlich sind Kühe?

Eine Wanderin ist in den österreichischen Alpen von Kühen getötet worden. Ein tragischer Unfall, doch Zwischenfälle sind gar nicht so selten, wie man denkt.

Die 45-jährige Frau aus Bad Dürkheim ist auf einer Alm im Tiroler Stubaital in Österreich getötet worden. Sie war auf einem Wanderweg in einem eingezäunten Bereich unterwegs. Nach Behördenangaben fühlten sich die Kühe mit ihren Kälbern wohl von dem angeleinten Hund bedroht.

Es kommt durchaus vor, dass eben noch friedlich grasende Kühe auf Urlauber losgehen. Wer weiß, warum das so ist, für den bleibt die Almenwanderung aber ein durchaus beherrschbares Risiko. Die Wege unter den Gipfeln gehen auch quer über Weiden. Und die betrachten die Rinder als ihr Revier.

Eine halbe Tonne Masse beschleunigt

Wissen sollte man: Eine Kuh grast selten allein. Auf den Wiesen stehen meist ganze Herden. Wenn einer allein ist, dann ist das meist ein Bulle. Und zwischen dem und dem Wanderer muss immer ein Zaun sein.

Milchvieh – lauter ausgewachsene Kühe mit fetten Eutern – sind kaum ein Problem. Aber so genannte Mutterkuhherden – mehrere Kühe, die nicht gemolken werden, sondern ihre Kälber säugen - schon. Diese Tiere betrachten vor allem Hunde als potenzielle Angreifen und haben Angst um den Nachwuchs.

Aber auch Menschen, die mit Gewalt ein scheues Kalb glauben kuscheln zu müssen, sind für die Kuh ein rotes Tuch. Die Herde macht dann mobil: Köpfe runter, Stirn zeigen, schnauben und mit den Hufen scharren. Setzt sich die Meute erst mal in Trab, wird es gefährlich, denn eine halbe Tonne Masse wird auf 40 Stundenkilometer beschleunigt.

Tierärzte und Bauern raten:

  • Eine Mutterkuhherde sollte man immer umgehen.
  • Wenn die links und rechts vom Weg stehen, nicht stur durchgehen, sondern weitläufig darum herum.
  • Vorsichtshalber einen Stock mitnehmen. Hunde anleinen und dafür sorgen, dass sie ruhig bleiben.
  • Greift die Herde trotzdem an, nicht wegrennen, sondern laut schreien und dem ersten Tier beherzt einen mit dem Stock auf die Nase.
  • Und vor allem: Lassen Sie den Hund von der Leine und hoffen, dass er schnell genug ist. Denn er ist das eigentliche Ziel der Aggression.