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Die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat viele Verbraucher verunsichert. Wir klären, wie sehr die Flugbranche insgesamt in Turbulenzen steckt.

Nach der Insolvenz von Thomas Cook in Großbritannien hat auch der deutsche Ableger Insolvenz angemeldet und alle Reisen bis Ende des Jahres abgesagt. Die Fluggesellschaft Condor hält sich mit einem Übergangskredit über Wasser. Die Flugbranche hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, trotz großer Nachfrage.

Weltweit nimmt der Flugverkehr zu, in diesem Jahr um fast sieben Prozent. Das ist weniger als in den vergangenen Jahren, aber insgesamt ein starkes Wachstum.

Es gibt zu viele Fluggesellschaften in Europa

Dass es der Branche an sich ganz gut geht, heißt aber nicht, dass es auch allen Airlines gut geht. In Italien steckt die größte Fluggesellschaft Alitalia seit Jahren in der Krise. In Frankreich haben vor kurzem die beiden kleinen Airlines XL Airways und Aigle Azur Insolvenz angemeldet.
In Deutschland ist dieses Jahr die Germania und vor zwei Jahren die bis dahin zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin pleite gegangen. Branchenkenner erwarten, dass es weitere Pleiten in naher Zukunft geben wird.

Fluggäste stehen vor einer Anzeigetafel in einem Flughafen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christian Charisius/dpa)
Viele Verbaucher sind verunsichert, wie es um die Reisebranche steht. picture alliance/Christian Charisius/dpa

Das Problem ist, dass es zu viele Airlines in Europa gibt, mehr als 100. Zum Vergleich: In den USA sind es nicht mal halb so viele. Große Konkurrenz führt dazu, dass sich die Airlines gegenseitig mit Kampfpreisen die Luft abschnüren. Beobachter rechnen damit, dass sich der Markt mittelfristig weiter bereinigen wird.

Preise für Flüge werden mittelfristig nicht drastisch steigen

Es wird ja schon seit Jahren darüber spekuliert, dass die Zeit der Billigflüge bald vorbei ist. Bislang hat sich das nicht bewahrheitet. Auch mittelfristig werden die Flug-Preise nur moderat steigen. Denn auch wenn es in Zukunft weniger Airlines geben sollte, sind mit Lufthansa, Ryanair, Easyjet und Air France KLM noch genügend Fluggesellschaften am Markt, die sich Konkurrenz machen werden.

Auch von der Politik kommt kein richtiger Druck. Der kürzlich verabschiedete Klimapaket sieht zwar vor, dass die Luftverkehrssteuer erhöht wird. Flüge in der EU werden dann drei Euro teurer, Fernstrecken knapp 20 Euro. Im Vergleich zum Gesamtpreis der Tickets sind das aber keine erheblichen Steigerungen. Schnäppchen für 9,99 Euro wird es voraussichtlich bald nicht mehr geben, Flüge für 39,99 aber zumindest in den kommenden zwei bis drei Jahren sicherlich schon.

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