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Internationale Touristikbörse in Berlin Tourismus in der Türkei leidet

Die angespannte politische Situation zeigt ihre Wirkung: Immer weniger Deutsche wollen Urlaub in der Türkei machen. Aber auch die USA sind nicht mehr so beliebt. Andere Länder kommen dagegen wieder aus der Krise.

Leerer Strand in Antalya

Leerer Strand in Antalya

Mit riesigen Plakaten wirbt die Türkei schon in den Eingangsbereichen der Internationalen Touristikbörse (ITB) in Berlin für türkisfarbenes Meer und weiße Strände. Das staatliche Tourismus-Ministerium präsentiert auf allen Bildern die Sonnensicherheit des Landes. Doch wer will in der augenblicklich angespannten politischen Situation langfristige Verträge machen? "Das Geschäft der Reiseveranstalter hat sich natürlich durch Anschläge, durch Naturkatastrophen, durch politische Verwerfungen stark verändert", meint Thorsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband.

USA-Reisen sind rückläufig – aber schon vor Trump

Das gleiche gilt auch für Fluggesellschaften. Sie steuern ihre Maschinen relativ kurzfristig zu anderen Reisezielen. Derzeit wird die USA nicht mehr so oft von deutschen Urlaubern angeflogen. Thorsten Schäfer, der seit 20 Jahren im Touristikgeschäft ist, führt dies allerdings nicht zwingend auf eine Abneigung gegen den neuen Präsidenten zurück. Er glaubt, dass die Deutschen bei USA-Reisen auf den günstigen Dollar achten. Lange vor Trump waren amerikanische Ziele rückläufig: "Jetzt kann man nur sehen, dass in den letzten Wochen und Monaten dieser Rückgang nicht gestoppt wurde, sondern eher sich noch mal verfestigt hat, beibehalten wurde", so Thorsten Schäfer.

Touristin vor der Freiheitsstatue von New York

Touristin vor der Freiheitsstatue von New York

Einige Regionen erholen sich wieder

Gefragt bei deutschen Urlaubern, sind momentan Griechenland, Kroatien und Bulgarien. Die Flüchtlingsproblematik auf einigen griechischen Inseln hatte kaum Folgen für das Reisegeschäft, so Thorsten Schäfer.
Ägypten könnte jetzt von der Situation in der Türkei profitieren – in der Vergangenheit war das schon mal genau umgekehrt der Fall. Schäfer: "Die Buchungen bis Ende Januar sind rund um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das heißt, Ägypten steht wieder auf der Urlaubsliste der Deutschen."

Petra Thiele, Berlin, SWR-Wirtschaftsredaktion