Eine Nachbildung eines Mammuts  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

CITES Artenschutzkonferenz in Washington Artenschutz für ausgestorbene Mammuts?

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Die letzten Mammuts sind vor rund 4.000 Jahren ausgestorben. Trotzdem sollen sie unter Artenschutz gestellt werden. Damit sollen heute lebende Elefanten geschützt werden.

Der Mammut-Handel boomt

Über 57 Anträge zum Schutz für Tiere und Pflanzen werden ab heute bei der Washingtoner CITES Artenschutzkonferenz zwei Wochen lang diskutiert. Das bereits ausgestorbene Mammut sticht dabei hervor: "Mammutstoßzähne werden in Russland aus der Tundra gewonnen, um daraus Schnitzereien herzustellen", so Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife im SWR. Da sie aber nicht von Elefanten-Elfenbein zu unterscheiden sind, werden Elefantenknochen beim Mammut-Handel illegal eingeschleust. Dieser Handel würde überhaupt nicht kontrolliert, so Freyer. "Daher unterstützen wir den Antrag, auch das ausgestorbene Mammut unter Schutz zu stellen."

Der Elefant hat noch mehr Probleme

Es gäbe mit großer Voraussicht wieder Anträge aus südafrikanischen Ländern, den verbotenen Elfenbeinhandel wieder freizugeben, so Freyer. "Das wäre eine Katastrophe für die Elefanten. Wir haben gesehen, dass in der Vergangenheit durch den Elfenbeinhandel die Wilderei immer wieder angestiegen ist. Insofern hoffen wir, dass wir das abwenden können." Zwar gäbe es durch die Jagdverbote tatsächlich vereinzelt Elefanten-Plagen, insgesamt habe ihre Population in den letzten Jahren aber sogar um ein Drittel abgenommen. Jedes Jahr würden rund 20.000 Elefanten für den Elfenbeinhandel gewildert.

Die Giraffe ist in Gefahr

Neben Elefanten und Nashörnern fallen auch andere Wildtiere Trophäenjägern und Wilderern zum Opfer. "Die hängen sich den Giraffenkopf an die Wand", so Freyer. Auch Fleisch und Fell würden gehandelt. Es würden zum Beispiel Kissenbezüge oder kleine Möbelstücke und Teppiche daraus gefertigt. Es wäre an der Zeit etwas für die Giraffen zu tun. In den letzen 30 Jahren sind rund 40 Prozent der Tiere von der Erdoberfläche verschwunden.

Deutschland das Echsen-Importland

Deutschland gilt als großer Absatzmarkt für exotische Tiere. Hunderttausendfach wird mit Reptilien und Amphibien gehandelt. Diese Tierarten würden daher einen Großteil der Anträge auf Artenschutz ausmachen, so Freyer: "Bisher ist es leider völlig legal, solche Tiere in freier Natur einzufangen, um sie dann ins Terrarium zu setzen. Wir fordern, dass die Bundesregierung hier Schritte ergreift, um diese Tiere zu schützen."

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