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Tiere als Waffe Spion mit Flossen

Die Hamas will einen schwimmenden Spion geschnappt haben - einen Delfin. Ob das stimmt, ist fraglich. Zweifelsohne aber werden selbst heute noch Tiere vom Militär missbraucht.

Delfin mit Kamera

"K-Dog" ist ein von der US-Navy abgerichteter Delfin

Von SWR-Redakteur Peter Mühlfeit

Falken, Haie und Delfine: Der israelische Geheimdienst Mossad wird in unregelmäßigen Abständen beschuldigt, für seine Zwecke Tiere einzusetzen. Jetzt behauptet die islamische Widerstandsbewegung Hamas laut "Spiegel online", sie habe einen Delfin gefangen, der mit Kamera und tödlichen Pfeilen ausgerüstet gewesen sei.

Ein israelischer Militärsprecher wollte die Meldung auf ARD-Anfrage weder bestätigen noch dementieren. "Den Einsatz eines sogenannten Spionage-Delfins halte ich für sehr unwahrscheinlich", sagt ARD-Korrespondent Tim Aßmann in Tel Aviv. "Ich fände ihn auch eher überraschend, da Israel den Gazastreifen ohnehin schon nahezu komplett überwacht, unter anderem mit Drohnen und von Schiffen aus."

Sewastopol und San Diego

Ohne Frage werden aber Meeressäuger wie Delfin und Seelöwen schon viele Jahrzehnte vom Militär ausgebildet und eingesetzt. Seit dem Kalten Krieg in den 60er Jahren gibt es zwei bekannte Marinestützpunkte, die Delfin-Einheiten ausbilden: Sewastopol am Schwarzen Meer und San Diego in Kalifornien.

Um diese Delfin-Staffel ranken sich viele Legenden, über tatsächliche Einsätze weiß man dagegen sehr wenig. Delfine sollen mit Pfeilen und Harpunen ausgestattet sein, um gegnerische Taucher zu bekämpfen. Oder sie sollen trainiert sein, Minen zu platzieren oder sich in Kamikaze-Einsätzen in die Luft zu sprengen.

Sowohl die US-Navy als auch die sowjetische und später die ukrainische Armee haben solche Einsätze stets dementiert. Das kann nicht überraschen. Sicher genutzt wird aber der überragende Orientierungssinn der Tiere, um als Aufklärer eingesetzt zu werden, Minen aufzuspüren und militärische Gegenstände einzusammeln.

Die berühmte Taube G.I.Joe

Wer ein wenig in den Geschichtsbüchern kramt, der findet reichlich Belege dafür, wie der Mensch Tiere missbraucht, um Krieg zu führen. So sollen im Ersten Weltkrieg allein auf britischer Seite rund acht Millionen Militärpferde getötet worden sein. Oder es gibt berühmte Kriegstauben, wie G.I.Joe, die im Zweiten Weltkrieg vielen Menschen das Leben rettete.

Auch Tier gegen Tier wurden eingesetzt: So soll es Kampfhunde-Verbände gegen die berittene Armee gegeben haben oder brennende Schweine sollten für Chaos unter den Kriegselefanten sorgen.