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Thomas Gottschalk hat sich gut gehalten für seine 70 Lebensjahre. In Deutschlands Altersheim Baden-Baden geht er sogar als junges Gemüse durch, meint Martin Rupps.

Jetzt also Gottschalk. 70 ist er geworden am Montag. „Was, schon 70!“, rufe ich wie sicher Millionen andere Zeitgenossinnen und -genossen aus. Das Mitgefühl gilt teilweise dem Jubilar und teilweise mir selbst. Denn in all den Jahrzehnten, in denen Gottschalk Shows wie „Telespiele“ oder „Wetten dass..?“ gemacht hat, bin ich auch älter geworden. Ich habe es vielleicht nicht gemerkt. Der 70. Geburtstag eines Mannes, der samstagabends im Fernsehen immer jung war, öffnet mir schlagartig die Augen.

Thomas Gottschalk im SWR3-Studio (Foto: SWR3)

Kai Pflaume wirkt auf mich wie jemand, der im Anzug schlafen geht. Günter Jauch macht mir Angst, wenn er seine Zunge als Rasierklinge benutzt. Thomas Gottschalk dagegen ist weder aalglatt noch verletzend, sondern charmant und witzig. Und dass sein Haus in Kalifornien einem Waldbrand zum Opfer fiel, zeigt: „Unser“ Thomas bekommt keine Extrawürste!

Thomas Gottschalk pflegt unübersehbar sein Haar und trägt stylische Klamotten. Sein Alter merkt man nur daran, dass er in Deutschlands Altersheim, nach Baden-Baden, gezogen ist. Das freut die Hörer von SWR3, weil er jetzt im Baden-Badener Funkhaus Radio macht. Oberbürgermeisterin Margret Mergen mag gemischte Gefühle empfinden. Ein Promi mehr in der Stadt - aber wieder keiner, der den Altersdurchschnitt senkt. 
 
In Baden-Baden geht Thomas Gottschalk als junges Gemüse durch. Älterwerden ist auch nur eine Frage der Betrachtung!

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